Nachrichten August 2009


WIRTSCHAFT: Mehr Niederländerinnen in Topfunktionen

Amsterdam. JoK/VK/TR. 20. August 2009.

Als “Spärlich und träge” aber “beständig” wird der Frauenanteil im Führungsbereich großer Unternehmen in den Niederlanden von den zwei wichtigsten niederländischen Tageszeitungen beschrieben. Betrug der Frauenanteil 2008 24,5 Prozent, ist er innerhalb eines Jahres auf 26,3 Prozent gestiegen. Grundlage bildet eine – wie die Volkskrant (VK) selbst sagt – „lückenhafte“ Untersuchung, die die VK an 29 niederländischen Unternehmen durchführte. Zehn Ergebnisberichte dieser namhaften Unternehmen konnten aufgrund unzureichender Angaben nicht in das Ergebnis miteinbezogen werden. Noch im Mai 2008 hatte ein Großteil der Unternehmen eine Charta (Talent naar de top) unterschrieben, in welcher festgehalten wurde, den Frauenanteil in Topfunktionen zu steigern und die Resultate der Durchsetzung öffentlich zugänglich zu machen.

Dem Bericht zufolge können bei 15 der 19 Unternehmen Zunahmen der Frauenanteile im Managementbereich festgestellt werden. Im Industriesektor haben es Mitarbeiterinnen schwer, in Führungspositionen zu gelangen. Die Zeitarbeitsfirma Randstad führt das Quoten-Ranking an, es folgen die Energiebetriebe Nuon und Essent, das Chemieunternehmen DSM und die Delt Lloyd Versicherung. In den Unternehmen Wolters Kluwer, AkzoNobel, Shell und KPN funktionierte die Karriere von Mitarbeiterinnen schlechter als noch letztes Jahr, ihr Anteil sank. BAM und AkzoNobel sind die Betriebe mit der geringsten Frauenquote, und auch das Weltunternehmen Philips gehört zu den Schlusslichtern, hier ist besonders eklatant, dass Mitarbeiterinnen relativ schnell das Unternehmen verlassen, noch bevor es zu Karrieresprüngen auf die Führungsebene kommen könnte.