Nachrichten August 2009


MIGRATION: Im Namen des Propheten

Den Haag. TM/VK/TR/dT. 12. August 2009.

In drei der vier größten Städte der Niederlande ist Mohammed der aktuell am meisten gewählte Name für neugeborene Jungen. Dies ist das Ergebnis einer Anfrage der rechten Freiheitspartei PVV an den niederländischen Ministerpräsidenten. Die Politiker rund um den Populisten Geert Wilders starteten Ihre Anfrage nachdem bekannt wurde, dass auch im belgischen Brüssel Mohammed der aktuell beliebteste Name für Jungen ist. Weiterhin beliebt sind dort Adam, Rayan, Ayoub, Mehdi, Amine und Hamza.

Die PVV-Politiker verweisen in der Begründung ihrer Anfrage auf aktuelle Zahlen, die der britische Daily Telegraph am vergangenen Wochenende veröffentlichte. Demnach soll im Jahr 2050 ein Fünftel der Bevölkerung in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union muslimischen Glaubens sein. Dies hätte direkte Auswirkungen für das Bildungssystem, den Wohnungsbau, die Soziale Sicherheit, den Versorgungsstaat, den Arbeitsmarkt und sogar die Außenpolitik, so die PVV in ihrer Parlamentsanfrage. „Mit einer viel zu starken political correctness“ würde das Kabinett rund um den Premier Jan Peter Balkenende „die Folgen der Islamisierung in den Niederlanden und Europa“ bagatellisieren.

Zuvorderst ging es den Rechtspopulisten aber nicht um die Namensgebung, sondern um die aktuelle und zukünftige Höhe des Anteils an Muslimen in den Niederlanden und den vier größten Städten Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht. So besagen Zahlen des niederländischen Statistikamtes CBS, dass im Jahr 2006 etwa 850.000 Muslime in den Niederlanden lebten. Die verschiedenen Zukunftsprognosen weichen zurzeit weit voneinander ab: So schätzt man, dass sich der Migrantenanteil in Zukunft zwischen 8 und 24 Prozent bewegen kann – je nach weiterer Entwicklung vom Immigration und Geburten.

In den vier größten niederländischen Städten führt lediglich in Rotterdam nicht der Name Mohammed die aktuelle Rangliste der beliebtesten Namen für männliche Neugeborene an – hier verdrängt Jayden Mohammed zurzeit auf Platz zwei. Bei den Mädchennamen dominieren in den großen Städten hingegen westliche Namen wie Sara, Emma oder Sophie. Für die gesamten Niederlande ergibt sich für Mädchen eine ähnliches, für Jungen hingegen eine anderes Bild: So vergeben Eltern landesweit am meisten Daan, Sem oder Ruben für Jungen sowie Emma, Sophie und Julia für Mädchen. Die gesamte Liste kann hier eingesehen werden.