Nachrichten APRIL 2009


GESUNDHEIT: Gut auf Grippevirus vorbereitet

Den Haag. Jok/MinVWS/TR. 30. April 2009.

Die Niederlande sind gut auf den kursierenden Grippevirus aus Mexiko vorbereitet. Derzeit gebe es keinen Grund zur Besorgnis, denn der niederländische Staat sei in höchster Alarmbereitschaft, so Gesundheitsminister Ab Klink (CDA) auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Sollten erste Anzeichen der Mexikanischen Grippe auftauchen, seien niederländische Ärzte dazu verpflichtet, jeden Infizierten zu registrieren und beim Gesundheitsamt zu melden, um das soziale Umfeld präventiv mit dem Fertigpräparat Tamiflu zu behandeln. Die Verschärfung der ärztlichen Meldepflicht sei mit Blick auf die Schwere der Epidemie notwendig, legitimierte Klink die neue Gesetzeslage. Und da bereits in der EU die ersten Grippefälle bestätigt wurden, immerhin deutlich schwächer als in Mexiko, sei es durchaus möglich, dass auch die Niederlande in naher Zukunft betroffen sein könnten. Zwar sind in den Niederlanden noch keine Fälle bekannt, durch die Meldungspflicht könnten aber Gefahrenherde effektiver bekämpft werden.

Das Gesundheitsministerium hat neben dieser Maßnahme auch dafür gesorgt, dass genügend Virusbekämpfungsmittel (rund 4,7 Millionen) ab sofort zur Verfügung stehen. Der Bevölkerung wird dringend davon abgeraten, sich mit Medizin übers Internet zu versorgen, da die Qualität meist schlecht und die Betrugsrate hoch sei. Insgesamt scheint die niederländische Bevölkerung aber wenig beunruhigt, denn Apotheken, Ärzte und Gesundheitsämter erklärten, derzeit nur wenige besorgte Menschen beraten zu müssen.

Der Direktor des Zentrums für Infektionsbekämpfung (CIb), Roel Coutinho, warnte auf der Pressekonferenz vor dem Virus: Es bestehe immer die Gefahr, dass sich das Virus im Laufe der Zeit verändere, darum seien vorbeugende Maßnahmen so begrüßenswert. Das Tragen von Mundschutz, so Coutinho, habe aber höchstwahrscheinlich keinen Effekt.

Das niederländische Kabinett hat eine Eildebatte einberufen, um die Entwicklung eines neuen Grippeimpfstoffes voranzutreiben. Die Empfehlung wird voraussichtlich Ende nächster Woche ausgearbeitet sein – die Entwicklung eines Präparates dauere jedoch nicht unter drei bis sechs Monaten, so die niederländische Tageszeitung „De Trouw“. Ebenfalls habe man bereits Kontakt mit potentiellen Pharmaherstellern aufgenommen, so Presseberichte des Gesundheitsministeriums.

Am heutigen Donnerstag findet in Luxemburg eine Sitzung für alle EU-Gesundheitsminister statt. Tagesordnungspunkt ist eine gemeinsame Abstimmung über die Bekämpfung der Grippewelle. Gesundheitsminister Ad Klink wird auch dabei sein.