Nachrichten APRIL 2009


INTEGRATION: Niederländer denken positiver über Immigranten

Rotterdam. CK/NRC/TR. 28. April 2009.

Seit langem führt das Thema Integration zu heftigen Diskussionen in den Niederlanden und die Umfragewerte für Geert Wilders und seine rechtspopulistische Partij voor de Vrijheid (PVV) nehem seit Monaten stetig zu.

Jetzt veröffentlichte das Sociaal en Cultureel Planbureau (SCP) neueste Umfrageergebnisse, die einen gegenläufigen Trend widerspiegeln: Immer mehr Menschen empfinden die Anwesenheit unterschiedlicher Kulturen in den Niederlanden als eine Bereicherung für das Land. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl positiver Bekundungen von 36 auf 44 Prozent. Im Verhältnis dazu sank die Anzahl der negativen Haltungen gegenüber Immigranten von 41 auf 35 Prozent. Auffallend ist laut Wissenschaftlern des SCP zudem „der mildere Ton und die Abwesenheit heftiger negativer Äußerungen über Ausländer und Muslime.“

Wie ist diese positivere Stimmung mit den steigenden Umfragewerten für die PVV zu vereinbaren? Der Politologe Jean Tillie interpretiert dies als eine Sensibilisierung der Gesellschaft in Folge der Debatte: „Menschen, die früher gleichgültig waren oder keine Meinung hatten, fangen unter Einfluss der gesellschaftlichen und politischen Debatte an darüber nachzudenken und Stellung zu beziehen. Das ist gut für die Demokratie.“ Die zunehmende Toleranz in einigen Teilen der Bevölkerung bei gleichzeitigem Anstieg der Wilderswähler wird seiner Ansicht nach in Zukunft zu einer weiteren Verschärfung der Debatte führen.