Nachrichten APRIL 2009


KLIMAWANDEL: Niederlande stärker betroffen als erwartet

Den Haag. CK/NRC/De Telegraaf/Refomatorisch Dagblad. 21. April 2009.

Der neueste Jahresbericht der ‚Platform Communication on Climate Change’, einem Zusammenschluss niederländischer Klimaexperten, ist besorgniserregend: Die Durchschnittstemperatur könnte sich bei einer Verdopplung der CO2-Konzentration um sechs Grad erhöhen. Das von den Niederlanden und der EU erklärte Ziel, einen weltweiten Temperaturanstieg über zwei Grad und das damit einhergehende unumkehrbare Schmelzen der Eisdecke Grönlands zu verhindern, scheint damit in Gefahr. „Die Situation ist besorgniserregender als anfangs gedacht“, so Wim Turkenburg, Professor an der Universität  Utrecht. Insbesondere der niederländische Georaum erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sind die Durchschnittstemperaturen dort um rund 1,7 Grad gestiegen. Die Gründe für diese schnelle Erwärmung sind nicht eindeutig geklärt und werden bislang unter anderem auf vermehrte Westwinde im Spätwinter und häufigeren Ostwind im Sommer zurückgeführt.

Laut Ton Hoff, Direktor des Energieforschungszentrums ‚Centrum Nederland’ wird es noch Jahrzehnte dauern, bis die Klimaproblematik in Griff zu bekommen ist. Er plädiert – bei gleichzeitiger Weiterentwicklung im Bereich erneuerbarer Energien – für den Bau eines zweiten Atomkraftwerkes in den Niederlanden, um den CO2 Ausstoß weiter zu verringern: „Wir dürfen keine Optionen ausschließen. Das bedeutet folglich auch nukleare Energieerzeugung, Anwendung von fossilen Energien mit Entsorgung von CO2 und die weitere Verbesserung von Techniken und erneuerbaren Energien.“ Weltweit ist der CO2 Ausstoß seit 1990 um 34 Prozent gestiegen. Als Grund dafür nannten die Wissenschaftler insbesondere das schnelle Wachsen der Wirtschaften in China und Indien.