Nachrichten APRIL 2009


AFGHANISTAN: Niederländischer Soldat in Afghanistan getötet

Kandahar/Den Haag. CK/NRC/TR/VK. 07. April 2009

Bei einem Raketenangriff auf die niederländische Militärbasis „Kamp Holland“ in der südafghanischen Provinz Uruzgan kam gestern Abend ein Soldat ums Leben. Das 20jährige Opfer, Azdin Chadli aus Uden, befand sich erst seit einer Woche in Afghanistan. Fünf weitere Soldaten wurden verwundet, ihr Zustand ist stabil. Gegen 18 Uhr Ortszeit schlug die 107-mm Rakete, die vermutlich von Taliban abgefeuert wurde, im Zentrum des Lagers ein, in dem 1.500 niederländische und 350 australische Soldaten der ISAF- Schutztruppen stationiert sind. Eine weitere Rakete traf die nahegelegene Basis des afghanischen Heeres, wobei zwei Soldaten verletzt wurden.

Raketenangriffe auf NATO-Stützpunkte in Afghanistan sind keine Seltenheit, allerdings verfehlten sie bislang zumeist ihr Ziel. Erstmals starb nun ein niederländischer Soldat innerhalb der Militärbasis, die als sehr sicher gilt. Alle anderen 18 Niederländer, die seit Beginn der Mission im Sommer 2006 ums Leben gekommen sind, starben bei Einsätzen außerhalb des Lagers.

Laut Peter van Uhm, Kommandant der Streitkräfte, verdeutlicht der Angriff, „wie verwundbar die Sicherheit in Uruzgan noch ist.“ Insgesamt seien auf dem Gebiet der Sicherheit im letzten Jahr „große Fortschritte zu verzeichnen“ gewesen, so Van Uhm, aber nach wie vor sei es  „Einzelnen möglich, diese Art Anschläge zu verüben.“ Ministerpräsident Jan Peter Balkenende sprach in einer ersten Stellungnahme von einem „feigem Angriff“ auf Kamp Holland und drückte der Familie sein Beileid aus.