Nachrichten September 2008



BILDUNG: Mehrheitliche Enttäuschung über die Bildungspläne der Regierung

Den Haag. 25. September 2008. HOP Nieuws.

Die Universitäten sind unzufrieden über die Pläne der Regierung für die Bildungspolitik. Auch von Seiten der Studenten wurde Unmut geäußert. Bildungsminister Ronald Plasterk (PvdA) versuche, seine Probleme „auf ihrem Rücken zulösen“ kritisierten Studentenvertreter. Anlässlich der Vorstellung der Miljoenennota, der jährlichen Haushaltdebatte im niederländischen Parlament, in der vergangenen Woche wurden Planungen bekannt, nach denen die Bildungsausgaben im nächsten Jahr in einigen Bereichen deutlich verringert werden sollen.

Sijbolt Noorda, Vorsitzender der Vereinigung der niederländischen Universitäten (VSNU) kritisierte den Plan der Regierung, die Kosten pro Studierenden deutlich zu senken. Er bezeichnete es als „bitter“, dass die Universitäten erst vor Kurzem ausführliche Gespräche zur Verbesserung der Qualität von Lehre und Forschung mit dem Bildungsminister geführt haben und trotzdem im kommenden Jahr weniger Geld zur Verfügung gestellt wird. Die VSNU zeigt sich zwar zufrieden darüber, dass kurzfristig Mittel aus der staatlichen Erdgasförderung für die Forschung zur Verfügung gestellt werden. Dennoch sei eine strukturelle Änderung der Finanzierung der Universitäten notwendig. Die Niederlande sind weit davon entfernt, die in den EU-Zielvereinbarungen von Lissabon für 2010 festgeschriebenen drei Prozent des Bruttosozialprodukts in die Bildung zu investieren.

Die Vereinigung Algemene Onderwijsbond, die dem niederländischen Gewerkschaftsbund angeschlossen ist, kritisiert die Pläne des Ministers zur Verringerung des Lehrermangels als „übertrieben optimistisch“. Man verstehe nicht, wie Bildungsminister Plasterk kurzfristig mehr Lehrerstellen „aus dem Hut zaubern“ will, so ein Sprecher. Die Studierendenorganisationen zeigten sich enttäuscht nach der Haushaltsdebatte. Der Minister habe fabelhafte Pläne, aber sie dürften nichts kosten, so das einhellige Urteil.

Nur die Fachhochschulen (HBO) waren zufrieden über die zukünftigen Bildungsfinanzen. Hintergrund ist hier, dass die Fachhochschulen für die Förderungen der sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten ihrer Studenten zusätzlich Mittel erhalten sollen. Die Fachhochschulen würden seit langer Zeit ihr Bestes tun, um das Rechen- und Sprachniveau ihrer Studenten zu erhöhen und „diese zusätzliche Arbeit wird nun belohnt“ ließ der Rat der Fachhochschulen mitteilen.