Nachrichten Oktober 2008



FINANZEN: Drei Milliarden Euro Finanzhilfe für Versicherungskonzern

Den Haag. FN/NRC/Financial Times Deutschland.  29. Oktober 2008.

Der niederländische Staat stützt den Versicherungskonzern Aegon mit einer Kapitalaufstockung von drei Milliarden Euro. Dies gab das niederländische Finanzministerium gestern bekannt. Der von der weltweiten Finanzkrise betroffene Versicherer muss mit der staatlichen Finanzspritze seine Kapitaldeckung sichern.

Das niederländische Konzern Aegon N.V. mit Sitz in Den Haag ist eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Sektor Lebensversicherungen und Pensionen. Auch die Bereiche Kranken-, Schadens- und Haftpflichtversicherungen werden abgedeckt. Schwerpunktmäßig ist Aegon auf den Märkten der USA, Niederlande und Großbritannien vertreten. Weltweit sind über 25.000 Mitarbeiter bei dem Versicherungskonzern beschäftigt.
Aegon nimmt als zweites niederländisches Unternehmen das staatliche Angebot zur Stärkung der Kapitalbasis von wirtschaftlich gesunden Banken und Versicherern an. In der vergangenen Woche hatte die ING-Bank zehn Milliarden Euro vom Staat erhalten (NiederlandeNet berichtete). Mit der staatlichen finanziellen Unterstützung ist die Bedingung einer stärkeren internen Kontrolle des Unternehmens verbunden. Wie bei der ING wird die Aegon in Zukunft zwei vom Finanzministerium bestellte Aufsichtsratsmitglieder bekommen. Zusätzlich wird die Konzernleitung in diesem Jahr auf Bonuszahlungen verzichten müssen. Abfindungen dürfen ein zuvor gezahltes Jahresgehalt nicht mehr übersteigen. Die Verhandlungen seien reibungslos verlaufen, ließ das Finanzministerium mitteilen. Laut Finanzminister Wouter Bos (PvdA) handelt es sich bei Aegon um „einen kerngesunden Betrieb“, dennoch müsse man Liquiditätsproblemen auf Grund der negativen Auswirkungen der Finanzkrise vorbeugen.