Nachrichten Oktober 2008



KONSUM: Grenzstädte schließen Coffeeshops

Roosendaal. JOK/NRC. 24. Oktober 2008.

Einige Gemeinden der südniederländischen Provinz Brabant, die an der Grenze zu Belgien liegen, wollen so schnell wie möglich die städtischen Coffeeshops schließen. Bis die Cafés wirklich dicht sind, wird die bisherige Duldungspolitik (gedoogbeleid) erheblich verschärft.
Die Grenzstädte kämpfen seit Jahren gegen die negativen Folgen des massiven Drogentourismus: Zunehmende Verkehrs- und Lärmbelästigungen, steigende Kleinkriminalität und illegaler Straßenhandel. Wöchentlich kommen, so Angaben der niederländischen Tageszeitung NRC zufolge, rund 13.500 Belgier und Franzosen in die Gemeinde Roosendaal und 12.000 Drogentouristen nach Bergen op Zoom. Auch die Gemeinde Terneuzen beherbergt zwei geduldete Coffeeshops, die jährlich rund eine Millionen Kunden anziehen.

Da die Landespolitik bisher untätig bleibe, so die Gemeinden, sei eigenes Handeln angebracht. Roosendaal und Bergen op Zoom haben beschlossen, dass Coffeeshops nicht mehr als 300 Gramm (bisher lag die Grenze bei 500 Gramm) sogenannter weicher Drogen als Vorrat halten dürften. Bei Zuwiderhandlungen werde ein Besitzer zunächst verwarnt, beim zweiten Vergehen werde ihm bereits die Lizenz entzogen, so die Bürgermeister bei der Informationsveranstaltung am gestrigen Donnerstag. Auch dürften Kunden nur noch 2 Gramm weicher Drogen kaufen, nicht mehr die üblichen 5 Gramm pro Kopf, die in der Richtlinie für Coffeeshops der niederländischen Staatsanwaltschaft stehen. Wer mit weniger als 5 Gramm erwischt werde, werde registriert. Wer zwischen 5 und 30 Gramm besitze, müsse mit einer Geldbuße von rund 180 Euro anstelle der üblichen 120 Euro rechnen, so der zuständige Staatsanwalt. Weitere Strafsätze würden noch bekannt gegeben.

Die Gemeinde Terneuzen hat ebenfalls ihre Drogenpolitik verschärft, um Belästigungen durch Drogentourismus einzudämmen. Die Kunden werden in einem System registriert, um so zu verhindern, dass sie in mehreren Coffeeshops die maximal erlaubte Menge – die in Terneuzen bei den bisherigen 5 Gramm bleibt - an weichen Drogen kaufen können. Der Coffeeshop „Checkpoint“ wurde bereits im Auftrag der Polizei geschlossen, und seit der Schließung seien bereits drei Viertel weniger Drogentouristen gezählt worden, so die Gemeinde. Terneuzen wird, im Vergleich zu den anderen Gemeinden, jedoch an zwei offiziell geduldeten Verkaufspunkten festhalten.