Nachrichten Oktober 2008



FINANZKRISE: Niederlande übernehmen Garantie in Höhe von 200 Milliarden Euro

Den Haag. CK/NRC/Elsevier. 14. Oktober 2008.

Die Niederlande bürgen mit 200 Milliarden Euro für die Darlehen, die Banken untereinander vergeben. Diese Maßnahme ist eine direkte Folge des Rettungsplans, den die 15 Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder am Sonntag in Paris beschlossen haben. Auch andere Euro-Länder, wie Deutschland und Frankreich, hatten zuvor die Bereitstellung eines Garantiefonds bekannt gegeben. Insgesamt wird mit einer Bürgschaft in Höhe von Tausend Milliarden Euro gerechnet.

Mit Hilfe der Bürgschaft soll das Vertrauen zwischen den Banken wieder hergestellt werden, die sich in Folge der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise gegenseitig kein Geld mehr leihen wollen. „Das Geld zwischen den Banken muss wieder fließen“, begründete Ministerpräsident Balkenende am Montag die Entscheidung des Kabinetts. Finanzminister Wouter Bos versteht die Bürgschaft als „Schlusspunkt“ einer Reihe von Maßnahmen, die in den Niederlanden zur Stützung des Finanzmarktes durchgeführt werden sollen. In der letzten Woche hatte das Kabinett bereits einen Fonds von 20 Milliarden Euro angekündigt, um die Banken und Versicherungen im Bedarfsfall zu stützen. Als Gegenleistung fordert der Staat entsprechende Anteile der jeweiligen Einrichtung. Bei dem neuen, davon unabhängigen, Garantiefonds, entfallen diese Forderungen: Bei einer Anleihe verschulden sich die Banken beim Staat. Bos zeigte sich nach Bekanntgabe der Garantiemaßnahme zuversichtlich: „Ich bin mir sicher, dass es funktionieren wird. Die ersten Reaktionen, die wir von Geldinstituten bekommen haben, sind hoffnungsvoll.“

Keine finanzielle Unterstützung gibt es hingegen für die niederländischen Gemeinden. Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, haben einige Gemeinden, darunter Den Haag und Amstelveen, Gelder in Höhe von insgesamt rund 60 Millionen Euro bei der zahlungsunfähigen isländischen Bank Icesave angelegt.