Nachrichten November 2008


DEMOGRAFIE: Niederländische Bevölkerung wächst weiter

Den Haag. CK/VK/CBS. 27. November 2008.

Während in vielen europäischen Ländern die Prognosen bezüglich des Bevölkerungswachstums eher düster aussehen, können die Niederländer in den nächsten Jahrzehnten mit einem weiteren Wachstum rechnen. Erst in einem Vierteljahrhundert rechnet das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) mit einem landesweiten Bevölkerungsrückgang. In seinem Bericht „Die niederländische Gesellschaft 2008“ stellte es gestern die aktuellen Entwicklungen des letzten Jahres vor. Seit der Jahrtausendwende ist die Bevölkerungszahl um mehr als eine halbe Million auf insgesamt 16,4 Millionen Einwohner angestiegen. Dies ist in erster Linie auf ein natürliches Wachstum, d.h. mehr Geburten als Sterbefälle, zurückzuführen. Allein in diesem Jahr wird mit einer Bevölkerungszunahme um 70.000 Personen gerechnet. Auffällig ist jedoch ein zunehmender Bevölkerungsrückgang in wirtschaftlich schwächeren Regionen des Landes.

Regionale Unterschiede existieren laut Bericht auch hinsichtlich der Einkommenshöhe und der Anzahl der Jobs pro Einwohner. Die besten Möglichkeiten bieten sich in den Ballungszentren im Westen und in der Mitte des Landes. Insgesamt ist die Zahl der arbeitenden Bevölkerung im letzten Jahr gestiegen und erreichte mit durchschnittlich 7,6 Millionen ihren bisherigen Höhepunkt. Insbesondere der Frauenanteil hat zugenommen. Weniger positiv ist hingegen die Lage der Rentner: Rentenzahlungen unter dem sozialen Minimum nehmen zu; die Anzahl der über 65jährigen Sozialhilfeempfänger hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Unter ihnen befinden sich viele so genannte Arbeitsmigranten, die ab den 60er Jahren als Erwachsene ins Land gekommen sind.

Bei der Freizeitgestaltung konstatiert das CBS ein zunehmendes Interesse an Politik und politischen Themen, die sich in den letzten Jahren auch in einer zunehmenden Wahlbeteiligung gezeigt habe. Die meisten Niederländer gehören einer gesellschaftlichen Organisationen an, beinahe die Hälfte ist ehrenamtlich tätig.