Nachrichten November 2008


KULTUR: Das beste Orchester der Welt

Amsterdam. JOK/c/gr/mu/W. 21. November 2008.

Das englische Klassikmagazin „Gramophone“ hat in seiner Dezemberausgabe die zwanzig besten Orchester der Welt gekürt: Spitzenreiter ist das traditionsreiche niederländische Koninklijk Concertgebouworkest (KCO) aus Amsterdam.

Die Zeitschrift hat für die Zusammenstellung des Rankings renommierte Musikkritiker aus aller Welt befragt. Dicht hinter dem niederländischen Sinfonieorchester, dass der einzige niederländische Vertreter in der Liste ist, sind die berühmten Berliner Philharmoniker (Platz 2) und die Wiener Philharmoniker (Platz 3). Das Magazin schreibt, die Auswahl der Orchester zeige einen „Triumph des Charakters“. Das Concertgebouw-Orchester zeichne sich genau, wie das Chicago Symphony Orchestra (Platz 5), das Budapester Festival Orchestra (Platz 9) und die Dresdner Staatskapelle durch einen eigenen Charakter aus. In den letzten Jahren führten insbesondere die deutschen Feuilletons, große Diskussionen um die Eigenheiten und den spezifischen Klang diverser Orchester.

Das Concertgebouw-Orchester wurde 1888 gegründet und mit den Chefdirigenten Willem Kes, Willem Mengeleberg, Eduard van Beinum, Bernard Haitink, Eugen Jochum, Riccardo Chailly und dem heutigen Dirigenten Mariss Jansons zu dem bedeutendstes und virtuosesten Orchester der Niederlande, und inzwischen offiziell bestätigt, der ganzen Welt. Zum 100-jährigen Jubiläum 1988 bekam es von Königin Beatrix den Titel „königlich“ verliehen. Zur diesjährigen 120-Jahr-Feier, wurden die 10 beliebtesten Symphonien von Schubert über Beethoven bis Bruckner als kostenloser Download (www.radio4.nl) einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Das Koninklijk Concertgebouworkest ist berühm für seinen samtweichen Streicherklang, der „goldenden“ Blechbläser und dem einmaligen Timbre der Holzbläser: der „außerordentliche runde Klang“ ist nicht zuletzt der Akustik des Konzertgebäudes (Spielstätte und Namensgeber des Orchesters zugleich) geschuldet. Das KCO hat vor allem durch Aufführungen und Interpretationen der Spätromantik Ruhm erworben.