Nachrichten November 2008


ERINNERUNG: Gedenken an Pogromnacht

Amsterdam/Westerbork. CK/NRC/NU-NL/De Gelderlander. 11. November 2008.

Auch in den Niederlanden wurde am Sonntag den Ereignissen der Reichspogromnacht vor 70 Jahren gedacht. Die Auswirkungen der Zerstörung jüdischer Geschäfte und Synagogen in Deutschland, weltweit ein Symbol für die zunehmende (physische) Verfolgung der deutschen und später europäischen Juden, waren damals auch in den Niederlanden spürbar: Beinahe 10.000 Menschen suchten in den nachfolgenden Monaten Zuflucht im Nachbarland. Einige von ihnen wurden im neu errichteten Flüchtlingslager Westerbork untergebracht, das später als Ausgangsort der Deportationen aus den Niederlanden traurige Berühmtheit erlangen sollte.

Rund 200 Personen versammelten sich am Sonntag auf dem ehemaligen Lagergelände, um den Ereignissen zu gedenken. Auch in anderen Teilen des Landes fanden Gedenkveranstaltungen statt. Insbesondere die jüdischen Gemeinden riefen zur Erinnerung und Mahnung auf. In der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Amsterdam, der sich damals viele deutsch-jüdische Flüchtlinge anschlossen, wurden die Erinnerungen einzelner Emigranten an die Pogromnacht verlesen und den späteren Opfern des Holocaust gedacht.

Der ehemalige Innenminister Ed van Thijn warnte auf einer von ‚Nederland Bekent Kleur’ (Die Niederlande bekennen Farbe) organisierten Veranstaltung vor den Gefahren des Rassismus in der heutigen Zeit und verwies dabei insbesondere auf die Gefahren einer zunehmend anti-muslimischen Haltung in den Niederlanden.