Nachrichten November 2008


KONSUM: Verbot von halluzinogenen Pilzene

Den Haag. NRC/VK/Limburgs Dagblad. 11. November 2008.

Seit mehr als eineinhalb Jahren wird in den Niederlanden über das Verbot halluzinogener Pilze diskutiert. Auslöser der Debatte war der Tod einer 17-jährigen Französin, die sich im März 2007 nach dem Verzehr von so genannten paddo’s (niederländisch: paddestoelen = Pilze) von einer Brücke gestürzt hatte. Die Zweite Kammer hatte sich bereits kurz danach für ein Verbot der Drogenpilze ausgesprochen. Am Freitag beschloss nun das Kabinett auf Initiative des Ministers für Volksgesundheit, Ab Klink, das endgültige Verbot von paddo’s. Bereits am 1. Dezember soll es in Kraft treten. Es beinhaltet sowohl den Anbau als auch den Verkauf von frischen halluzinogenen Pilzen. Die getrocknete Variante war bereits zuvor verboten worden.

Die Produzenten und Händler reagierten bestürzt. Bereits in den letzten Monaten hatten sie bei einem möglichen Verbot Einspruch und Schadensersatzforderungen angekündigt. Sie befürchten finanzielle Einbußen und Schließungen der so genannten Smartshops. Ihrer Ansicht nach liegt die Problematik insbesondere bei den ausländischen Touristen – ein Problem, dass man leicht mit einer besseren Regulierung und Kontrolle eindämmen könne. Minister Klink hatte sich davon jedoch nicht überzeugen lassen und beharrte aufgrund der unvorhersehbaren Gefahren nach dem Verzehr der Pilze auf ein Verbot.