Nachrichten November 2008


INTEGRATION: Migranten holen auf

Den Haag. CK/CBS/NRC/NOS. 6. November 2008.

Migranten holen den Rückstand gegenüber Einheimischen auf dem niederländischen Arbeitsmarkt zunehmend auf. Zu diesem Ergebnis kommt der jährlich erscheinende Integrationsbericht des ‚Centraal Bureau voor de statistiek’ (CBS), der heute Integrationsministerin Ella Vogelaar überreicht wird. Auch die Einkommensposition der Ausländer hat sich leicht verbesser. Nach wie vor sind Menschen mit nicht-westlichen Migrationshintergrund jedoch stärker von Konjunkturschwankungen betroffen als andere Bevölkerungsgruppen. Ein Grund dafür ist in der verhältnismäßigen hohen Anzahl an ‚flexiblen’ Verträgen zu suchen. Der Bericht verdeutlicht, wie stark die Arbeitspartizipation vom jeweiligen Bildungsniveau abhängt. Im Bildungsbereich sind zwar Fortschritte zu verzeichnen, insgesamt liegt das Durchschnittsniveau hier jedoch nach wie vor bedeutend niedriger als bei der einheimischen Bevölkerung. Während Mädchen zunehmend besser qualifiziert sind, verlassen insbesondere Jungen nicht-westlicher Herkunft die Schule noch häufig ohne Abschluss. Bei dieser Gruppe ist die Kriminalitätsrate dreimal höher, als bei westlichen Ausländern oder Einheimischen.

Insgesamt verkleinert sich die Kulturkluft zwischen Migranten und Niederländern. Insbesondere die zweite Migrantengeneration orientiert sich stärker an der niederländischen Gesellschaft: Eine wesentliche Rolle spiele dabei, so CBS, die Beherrschung der niederländischen Sprache und der Teilnahme am Unterricht. Auch der Abstand zum Herkunftsland wird größer. Gegenläufig dazu ist jedoch die Erkenntnis, dass sich insbesondere in den vier größten Städten immer mehr nicht-westliche Migranten in der selben Wohngegend niederlassen. Diese zunehmende Konzentration verringert die Kontaktmöglichkeiten zwischen Migranten und Einheimischen.