Nachrichten Mai 2008


POLITIK: Niederländische Konsulate in Deutschland stehen vor Schließung

Berlin. CK/ AD/ Elsevier. 28. Mai 2008.

Die Niederlande verfügen bisher über eine außerordentlich hohe Anzahl an staatlichen Vertretungen in Deutschland. Neben der niederländischen Botschaft in Berlin bestehen zur Zeit 15 weitere niederländische General- und Honorarkonsulate im Nachbarland. Aufgrund von Sparmaßnahmen des niederländischen Außenministeriums soll ihre Anzahl nun erheblich gesenkt werden. Insbesondere die kleineren Honorarkonsulate in der Grenzregion sind nach Aussage von Robert Farla, Erster Botschaftssekretär und Botschaft-Pressesprecher, „nicht länger sinnvoll.“ Die Pläne für ihre Schließung sind bereits weit fortgeschritten, jedoch noch nicht endgültig bewilligt. Betroffen wären die grenznahen Honorarkonsulate in Aachen, Emden, Kleve, Köln und Münster sowie die beiden Generalkonsulate in den Handelszentren Hamburg und Frankfurt.

Bei einigen deutschen Parlamentarieren, darunter Ruprecht Polenz (CDU), führten die Schließungspläne zu Irritationen. In einem Brief an den niederländischen Botschafter Peter van Wulfften Palthe warnten sie gar vor einer Beschädigung der deutsch-niederländischen Beziehungen. Sorge besteht auch hinsichtlich möglicher wirtschaftlichen Folgen: Die Konsulate stellten bislang mit ihren ausgedehnten Netzwerken eine wichtige Anlaufstelle für das grenzüberschreitende Wirtschaftsleben dar. Um dieses Defizit auszugleichen, sollen die Wirtschaftskontakte in Zukunft von einer so genannten Netherlands Business Support Office übernommen und gepflegt werden.

Auswirkungen haben die möglichen Schließungen auch auf einen Teil der rund 128.000 Niederländer, die zur Zeit in Deutschland leben. Die Konsulate stellen für sie eine Anlaufstelle dar, wo sie beispielsweise ihre Pässe verlängert können. Diese Aufgabe würde in Zukunft eine Einrichtung im niederländischen Enschede übernehmen, die für die meisten Bewohner der Grenzregion jedoch weiterhin schnell zu erreichen wäre.