Nachrichten Mai 2008


POLITIK: Außenminister Verhagen: „Rent an Ambassador“

Den Haag. FN/MinBuZa. 21. Mai 2008.

„Stark“ und „selbstsicher“ sollen die Niederlande sein. Dafür müsse man aktiv international auftreten, forderte der niederländische Außenminister, Maxime Verhagen (CDA) bei einer Rede vor jungen Unternehmern in ´s-Hertogenbosch. „Wir müssen nicht so tun, als ob wir die böse Welt da draußen aussperren könnten, aber gleichzeitig Lösungen anbieten für die Probleme in der Welt, die uns betreffen“, erklärte er. Anlass war der Start des neuen Programms „Rent an Ambassador“ (Miete einen Botschafter). Verhagen betonte, dass sein Land eng mit dem Ausland verbunden sei: „Das Ausland bestimmt mit, ob die Niederlande florieren oder nicht.“ „Rent an Ambassador“ bietet daher die Möglichkeit, durch Gespräche mit Botschaftern und Diplomaten, die Verbindung zum Ausland zu halten. In einer, über die Website des Außenministeriums zugänglichen Datei, sind die Zeiten, in denen die Auslandsvertreter in den Niederlanden sind, aufgelistet. So können sie gezielt kontaktiert und beispielsweise zu Gesprächen eingeladen werden, um über ihre Erfahrungen im Ausland zu berichten. Damit schafft das Projekt die Voraussetzungen dafür, dass die Gesellschaft in Verbindung mit ihren Diplomaten bleibt.

Zusätzlich zu seinen Ausführungen über die Globalisierung kritisierte der Außenminister die Parteien am äußeren Rand des Parteienspektrums. Die rechtspopulistischen Parteien PVV und Trots op Nederland, aber auch die sozialistische Partei (SP) böten für die negativen Folgen der Globalisierung keine Lösungen und Alternativen, sondern nur Scheinsicherheiten. „Es ist gut, sich für das ur-holländische Sinterklaas-Fest einzusetzen, aber es gehört mehr dazu um die Niederlande weiterzubringen, als eine Handvoll Pepernoten und eine Möhre für das Pferd“, so sein ironischer Seitenhieb auf die Populisten.

Um die niederländischen Normen und Werte zu erhalten, müsse man global denken und sich den globalen Problemen stellen. Dazu gehöre der Einsatz für die Menschenrechte genauso, wie der Beitrag zu dem Kampf gegen den Terrorismus aber auch die Entwicklungszusammenarbeit, um der Gewalt den Nährboden zu nehmen. Abschließend versicherte Verhagen, dass „beständig an Lösungen für die Globalisierungsprobleme gearbeitet werde: „Eine Alternative dazu gibt es nicht.“