Nachrichten Mai 2008


MILITÄR: Gefährliche Mission in Uruzgan

Amsterdam/Tarin Kowt. FN/VK. 20. Mai 2008.

Niederländische Soldaten unterstützen seit Anfang der Woche das australische Militär bei einem risikoreichen Einsatz zur Befriedung des Deh Reshan-Gebiets in der Provinz Uruzgan. Der Einsatz gehört zu der groß angelegten, mehrmonatigen Operation „Now Gahr“ im Süden Afghanistans. Das Gebiet liegt im Nordwesten der niederländischen Militärbasis „Kamp Holland“. Eine Befriedung der Gegend ist auch für die niederländischen Soldaten von großer Bedeutung. In den letzten Monaten gab es immer wieder Meldungen darüber, dass die Sicherheit des niederländischen Stützpunktes durch massive Angriffe von Talibankämpfern gefährdet sei. In dem Gebiet, das in der unmittelbaren Umgebung der Hauptstadt der Provinz Uruzgan, Tarin Kowt, liegt, konnten die Taliban bisher nicht flächendeckend entmachtet werden. Die Stadt Tarin Kowt wurde durch die unsichere Lage stark in Mitleidenschaft gezogen. Der einzige Zugang über den Landweg ist eine beschädigte und unsichere Straße Richtung Kandahar. In der Region gibt es keinerlei Industrie oder mittelständische Unternehmen. Für die Versorgung der rund 10.000 Einwohner der Provinzhauptstadt stehen allein die kleinen Verkaufsstände des Basars zur Verfügung.

Im Rahmen des aktuellen Einsatzes sollen zunächst neue Kontrollposten errichtet werden, die mit afghanischen Soldaten und Polizisten besetzt werden können. In der Vergangenheit hat sich dieses Vorgehen als sinnvoll für die Herstellung einer stabileren Sicherheitslage erwiesen. Die australische Truppe besteht vor allem aus Pionieren, die sehr schnell einfache Gebäude errichten und so eine zivile Infrastruktur herstellen können. Die niederländischen Soldaten unterstützen die Australier bei der Absicherung des Pioniereinsatzes gegen feindliche Übergriffe. Unter anderem sind die Niederländer für die Verteidigung eines Korridors zwischen „Kamp Holland“ und dem Nordwesten der Provinz verantwortlich. Zusätzlich haben sie Verstärkung für die Überwachung des Luftraumes durch den Einsatz von Kampfhubschraubern und -Jets zugesagt. Immer wieder geraten die Soldaten der NATO-geführten ISAF-Truppe bei derartigen Einsätzen in Gefahr. Besonders die Anschläge mit selbst gebauten Brandsätzen, die durch Talibankämpfer am Straßenrand versteckt werden, häuften sich in letzter Zeit. Im vergangenen Monat ist bei einem solchen Anschlag in Uruzgan der Sohn des niederländischen Obersten Befehlshabers, Peter van Uhm, getötet worden.