Nachrichten Mai 2008


UNGLÜCK: Großbrand verwüstet Universitätsgebäude

Delft. FN/NRC/VK. 14. Mai 2008.

Ein Großbrand hat gestern das Hauptgebäude der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Delft verwüstet. Es gab keine Verletzten. Laut dem Dekan der Fakultät, Wytze Patijn, sei die Räumung des Gebäudes „vorbildlich“ verlaufen. Als der Brand morgens, gegen viertel nach neun, entdeckt wurde, befanden sich Schätzungen zufolge „einige hundert Personen“ in dem dreizehnstöckigen Gebäude. Zusätzlich zu den Einsatzkräften aus Delft wurde Verstärkung bei den Feuerwehren von Haaglanden und Rotterdam-Rijnmond angefordert. Nach Aussagen eines Dozenten, der am Morgen eine Vorlesung in dem Gebäude hielt, ist der Brand möglicherweise durch eine defekte Wasserleitung auf der siebten Etage entstanden. Das Wasser könnte einen folgenreichen Kurzschluss verursacht haben.

Um die Mittagszeit waren dumpfe Knalle zu hören, dichte schwarze Rauchwolken umhüllten das Gebäude. Da in dem Bauwerk aus den Siebzigerjahren Asbest, das beim Verbrennen giftige Dämpfe entwickeln kann, verbaut wurde, musste ein nah gelegenes Studentenwohnheim geräumt werden. Darüber hinaus sind die Anwohner aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Durch die Hitze barsten alle Fensterscheiben des Hauses. Laut Einschätzungen der Feuerwehr und der Polizei besteht Einsturzgefahr.

Die Universität muss sich darauf einstellen, dass das Gebäude, mit dessen Sanierung vor einiger Zeit begonnen worden war, nicht zu retten ist. „Unglücklich für die TU Delft, aber zum Glück gab es keine Verletzten“, war die erste Reaktion des Delfter Bürgermeisters, Bas Verkerk. Die Architekturfakultät beherbergte die wichtigste Sammlung von Fachliteratur, Zeitschriften und technischen Zeichnungen der Niederlande. Außerdem befand sich in dem Gebäude eine umfangreiche Möbelsammlung, darunter mehr als hundert Stühle, die von berühmten internationalen Architekten entworfen worden sind. Darüber, ob die Bestände der Bibliothek und der Möbelsammlung teilweise gerettet werden können, konnten noch keine Aussagen gemacht werden. Ein besonderes Lob sprach die Universitätsverwaltung ihren Mitarbeitern aus. Geistesgegenwärtig hatten es einige von ihnen geschafft, bevor sich das Feuer vollständig ausbreitete, mehrere Computer in Sicherheit zu bringen. Dadurch konnte ein Teil des wissenschaftlichen Archivs gerettet werden.