Nachrichten Mai 2008


BILDFORMUNG: Zweiter Weltkrieg beeinflusst Sichtweise der Niederländer kaum noch

Den Haag. CK/VK/Trouw/De Telegraaf. 7. Mai 2008.

Die meisten Niederländer denken bei ihren deutschen Nachbarn nicht mehr sofort an den Zweiten Weltkrieg. In einer Umfrage des „Nationaal Comités 4 en 5“ anlässlich des nationalen Gedenkens an Kriegsopfer und Befreiung (NiederlandeNet berichtete) gaben 9 von 10 Befragten an, dass der Krieg keinen negativen Einfluss mehr auf die Art und Weise hat, wie sie über Deutsche denken. Für beinahe die Hälfte der befragten Niederländer war dies jedoch nicht immer so: Sie gaben an, dass der Krieg ihr Bild früher sehr wohl negative beeinflusst habe. Insbesondere Menschen, die den Zweiten Weltkrieg selbst miterlebt haben, lebten lange mit dieser Antipathie. Heute lehnen nur noch drei Prozent der Befragten Deutsche aufgrund der Kriegsereignisse kategorisch ab.

Auffällig ist die unterschiedliche Beurteilung der eigenen und gesellschaftlichen Wahrnehmung der Deutschen. Rund ein Drittel der Befragten glaubt, dass der Zweite Weltkrieg nach wie vor einen großen Einfluss auf die Denkweise der niederländischen Bevölkerung hat. „Wir denken von einander, dass wir argwöhnisch gegenüber den deutschen Nachbarn sind“, so Nine Nooter, Direktorin des Nationaal Comités 4 en 5. „Aber die Gesellschaft hat sich verändert. Wir haben begriffen, dass auch viele normale Bürger dort unter dem Nazi-Regime und dem Bombardement gelitten haben.“

Auf die Frage, an welchen Krieg sie denken, wenn man von „dem“ Krieg spricht, nannten 40 Prozent der Leute den Zweiten Weltkrieg. Vor fünf Jahren waren es noch mehr als die Hälfte. Aktuelle Ereignisse, insbesondere im Irak und in Afghanistan, rückten hier in den Vordergrund.