Nachrichten März 2008



TOURISMUS: Wieringen - eine „neue“ Insel für Nordholland

Heiloo. CK/NRC/VK/Trouw/ De Telegraaf. 19. März 2008.

An der Spitze Nordhollands soll eine „neue“ Insel entstehen: Wieringen. Besser gesagt wieder entstehen, denn bis zur Vollendung des Amsteldiepdeichs im Jahr 1924 war Wieringen bereits eine Insel. Sechs Jahre später wurde die frühere Zuidersee-Insel durch die Trockenlegung des Wieringermeers eingepoldert. Rund 300 Millionen Euro werden nun fließen, um diesen Schritt rückgängig und die wirtschaftlich schwache Region zu einer neuen touristischen Attraktion zu machen. Zwischen Wieringen und dem Wieringermeerpolder soll ein 9 Kilometer langes und bis zu 2 Kilometer breites Binnengewässer, das sogenannte Wieringerrandmeer, entstehen und zu einem Natur- und Erholungsgebiet ausgebaut werden. Entlang des Binnensees, mit dem sich eine neue Wasserroute zwischen Ijsselmeer und Amstelmeer eröffnet, sind bis zu 2.000 luxuriöse Wohn- und Ferienhäuser geplant. Dem ersten Spatenstich im Jahr 2010 steht seit Montag nichts mehr im Wege. Nach den Gemeinden Wieringen und Wieringermeer gab nun auch das Parlament der Provinz Nord-Holland grünes Licht für das Projekt, das seit Jahren für Gesprächsstoff sorgt.

Proteste der einheimischen Bauern konnten an der Entscheidung der Volksvertreter nichts mehr ändern. 30 Bauernhöfe und 1.000 Hektar Anbaufläche müssen dem Wasser weichen – viele angrenzende Betriebe werden insbesondere mit der Umstellung des Wasserhaushaltes zu kämpfen haben. Bei den Bauern, die eine Invasion „reicher Frührentner“ fürchten, stoßen die Pläne auf Unverständnis. Nach ihrer Ansicht haben sie zur Zeit mit keinen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen: „Die Böden in unserer Region liefern zusammen mit denen in Flevoland die höchste Produktion ab. Als vor 12 Jahren die ersten Pläne für einen Binnensee entstanden, florierte es vielleicht noch nicht so gut, aber das ist schon lange nicht mehr der Fall. Nachfolgeprobleme gibt es bei uns keine“, meint Bas Bouthoorn.
Schätzungsweise 15-20 Jahre wird es dauern, bis alle Pläne des Megaprojekts realisiert sind.