Nachrichten März 2008



MONARCHIE: Prinz Bernhard und die Deutschen

Amsterdam. JOK/VK,18. März 2008.

Prinz Bernhard († 2004) , Ehemann der verstorbenen Königin Juliana der Niederlanden und Vater der heutigen Königin Beatrix, hatte bereits zu Lebzeiten mit Ungereimtheiten um seine Rolle im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen. Am gestrigen Montag sollte die CIA, der Amerikanische Geheimdienst, eine weitere drängende Frage um Prinz Bernhards Kriegsgeschichten lüften: Die Existenz eines Briefes aus dem Jahre 1942, adressiert an Adolf Hitler, mit dem Angebot versehen die Niederlande zu regieren, unterschrieben von Prinz Bernhard. Das Bestehen des Briefes wurde bisher nicht bewiesen und konnte auch durch die Freigabe des CIA-Archives nicht belegt werden. Ein Sprecher der CIA-Archive ließ verlauten, dass keine solche Dokumente Preis gegeben werden könnten, da man über keine gewünschten Papiere verfüge, dass was man aber wisse über Prinz Bernhards Dokumentationen sei, dass der Vorgänger der CIA, das Office of Strategic Services nach dem Krieg ein Dokument über die Widerstandsaktivitäten des Prinzen an das National Archive in Washington übertragen habe. Bill Cunlisse, Archivar seit 1970 im National Archive, reagiert verneinend auf die Frage nach dem gesuchten Brief und verweist auf die zahlreichen historischen Untersuchungen auch in deutschen Archiven die bisher keinerlei Ergebnis gebracht haben.

Prinz Bernhard bestreitete 2004 in einem offenen Schreiben an die niederländische Tageszeiten De Volkskrant einen solchen Brief jemals verfasst zu haben: „Unsinn! (…) Ich verspreche demjenigen eine Millionen Euro, der mir den Brief zeigt.“
Der Hinweis auf den Brief und der Verbleib bei der CIA kam von Jan Heitink, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der größten niederländischen Tageszeitung De Telegraaf und Informant des Französischen Geheimdienstes. Der inzwischen 86 Jahre alte Heitink bleibt bei seiner damaligen Aussage, den Brief in den Archiven des französischen Geheimdienstes gesehen zu haben: „Es handelte sich um ein sehr kleines Dokument, an Hitler oder Himmler adressiert. Das Angebot war handgeschrieben und darunter standen die Unterschriften von Bernhard und Juliana“.