Nachrichten juni 2008


WAHL: Hochrechnung erreicht Tiefpunkt

Rijswijk. JOK/Maurice de Hond/VK. 16. Juni 2008.

In der letzten wöchentlichen Hochrechnung des Meinungsforschers Maurice de Hond über das Wahlverhalten der Niederländer bezüglich der politischen Parteien, schnitt die Regierungskoalition vernichtend schlecht ab. Gerade mal auf 56 Sitze würde das Bündnis aus Christdemokraten (CDA), Sozialdemokraten (PvdA) und der Christen Union (CU) kommen. 2006 zog die Koalition noch mit 80 Sitzen in das Parlament ein. Der CDA ist in diesem Fall ausschlaggebend, da sich die Sitzverteilung der PvdA mit prognostizierten 17 Sitzen (bei den Wahlen 2006 waren es noch 33) und der CU mit 7 Sitzen (2006: 6) seit der letzten Schätzung nicht veränderten. Der CDA wiederum verlor 3 Sitze und würde, wären diese Woche Wahlen, mit nur noch 32 Sitzen einziehen können. Das geschätzte Koalitionsergebnis ist somit bisher der größte (virtuelle) Verlust der Regierungsparteien seit Antritt der Koalition (ganze 30 % weniger Sitze würde die Dreierkonstellation bekommen). Maurice de Hond weist bei den Gründen auf das Verhalten der Regierung rund um das Thema Organspende hin.

Die Gewinner der Hochrechnung, mit jeweils einem Sitz zusätzlich, waren die sozialistische SP (16 Sitze, 2006 noch 25), die rechtspopulistische Geert Wilders–Partei PVV (12 Sitze, 2006 mit 9 Sitzen eingezogen) und die ebenfalls rechtsgerichtete neue Partei Stolz auf die Niederlande (TON) der ehemaligen Ministerin Rita Verdonk. Mit 22 Sitzen wäre TON die zweitstärkste Partei der Niederlande.

Die Ergebnisse der restlichen Parteien sind konstant geblieben. Deutlich ist inzwischen die Zerstreuung der Wählerschaft zu sehen: 6 von den 12 wählbaren Parteien liegen zwischen 11 und 17 Sitzen.