Nachrichten juni 2008


POLITIK: Rauchverbot in den Niederlanden

Amsterdam. CK/VK/Spiegel/ Twentsche Courant. 11. Juni 2008.

Was in Deutschland bereits seit Anfang des Jahres für viel Wirbel sorgt, steht ab dem kommenden Monat auch den Niederlanden bevor: ein Rauchverbot in Gaststätten, Restaurants und Cafés. Seit 2004 gilt das Rauchverbot bereits im öffentlichen Nahverkehr sowie an den meisten Arbeitsplätzen – die Gastronomie bildete hier bislang eine Ausnahme. Im Juni 2007 beschloss das niederländische Kabinett, auch im Gaststättengewerbe sowie im Sport und Kulturbereich rauchfreie Arbeitsplätze einzuführen, und schließt sich damit einem europaweiten Trend an. Ab dem 1. Juli darf in gastronomischen Einrichtungen nur noch in ausgewiesenen und räumlich abgegrenzten Bereichen geraucht werden. Ausgenommen sind Außenterassen, sofern sie nicht durch eine Überdachung abgeschlossen sind.

Von der Regelung betroffen sind auch Sportkantinen, Einrichtungen von Studentenvereinigungen und Coffeeshops. Insbesondere im letzten Fall kommt es dabei zu einer verzwickten Situation: Da der Konsum von Cannabis nicht unter das Tabakgesetz fällt, ist das Rauchen dieser weichen Droge weiter erlaubt – jedoch nur ohne Tabak. Viele Coffeeshop-Besitzer fürchten aufgrund des Rauchverbots um ihre Existenz: "In ein Café geht man,“ so Mark Jacobsen, Vorsitzender des Bundes der Cannabishändler (BCD),  „um etwas zu trinken, in ein Restaurant, um zu essen, und in einen Coffeeshop geht man, um zu rauchen. Rauchen muss im Coffeeshop erlaubt sein."

Auch in Teilen der Bevölkerung sieht man dem Rauchverbot mit gemischten Gefühlen entgegen. Einige erwarten einen Rückschlag für die Gastronomie. Zudem herrscht Unsicherheit darüber, inwieweit Kontrollen effektive durchgeführt werden können. Verantwortlich für diese ist die Voedsel en Waren Autoriteit (VWA); sie kann den Gastronomen bei einer Übertretung des Rauchverbotes zwischen 300 und 2.400 Euro Buße auferlegen.