Nachrichten juni 2008


POLITIK: War on Water

Den Haag. JOK/TR/VK. 09. Juni 2008.

Die niederländische Staatssekretärin für Verkehr und Wasserwirtschaft Tineke Huizinga von der Christlichen Union stellt in einem Interview mit der Tageszeitung Volkskrant eine neue Methode zur Wasserbekämpfung vor. So könnten die Niederlande durch künstliche Sandaufschüttungen im Meer vor einem steigenden Meeresspiegel gerettet werden. Durch die natürlichen Wasserbewegungen würde der Sand dann an die Küste gespült werden. „Genau dort, wo man es haben will, entsteht dann eine größere Küste. Das wird Sicherheit bieten und auch Möglichkeiten für andere Vorhaben. Man denke da an Erholungsgebiete und auf längere Sicht an Wohnbaumöglichkeiten.“.

Huizingas Vorschlag steht stark im Widerspruch zu den favorisierten Plänen des christdemokratischen Koalitionspartners. Ministerpräsident Jan Peter Balkenende (CDA) plädierte die letzten Monate intensiv für „großes Denken“ was das Wasserproblem – und das derzeitig angeschlagene Image des Landes - betrifft: Er schlug vor Sandinseln in Form von Tulpen vor der niederländischen Küste aufzuschütten (NiederlandeNet berichtete). Huizinga dazu: „Für den Festlandschutz haben wir sicherlich keine Inseln nötig. Inseln als Wellenbrecher bieten keine Abhilfe. Wir sollten nicht nachdenken aus Angst vor dem Wasser, sondern mitdenken mit dem Wasser. Ein neues nationales Symbol zu exportieren ist nicht meine Hauptintention“

Mit ihren Aussagen greift die Staatssekretärin mögliche Vorschläge einer durch die Regierung gebildeten Kommission rund um den ehemaligen Minister Cees Vermann (CDA) vorweg, die die Risikos der Klimaveränderungen und den dabei steigenden Meeresspiegel für das niederländische Festland untersuchen soll. Im September wird die Kommission eine Richtlinien vorstellen. Diese soll Antworten auf die Fragen liefern, ob man nun die Deiche verstärken, Inseln anlegen oder die Küste vergrößern solle. Die Kommission ließ bereits durchblicken, dass der weitere Schutz, unabhängig von der Maßnahme, ein wichtiges Anliegen bleibt. Huizinga reagierte sofort mit der Forderung die finanziellen Möglichkeiten der Wasserwirtschaft, die derzeit jährlich rund 500 Millionen Euro betragen, aufzustocken und betonte, dass sie so schnell wie möglich, Schutzmaßnahmen beschließen will: „Ich will nicht erst auf eine Katastrophe warten und dann handeln, ich will eine Katastrophe verhindern indem ich vorher Maßnahmen durchsetze.“