Nachrichten juli 2008



FINANZEN: „Schwarzer Dienstag“ an der Amsterdamer Börse

Amsterdam. FN/NRC/VK. 8. Juli 2008.

Anhaltende Befürchtungen über die negativen Auswirkungen der amerikanischen Kreditkrise haben den niederländischen Börsenindex AEX am Dienstagmorgen unter die 400-Punkte-Grenze gedrückt. Bei dem Amsterdam EXchange index (AEX) handelt es sich um den Leitindex der Niederlande. Zu den gelisteten Unternehmen gehören Konzerne wie Shell, Philips TNT und die Heineken Holding. Zu Handelsbeginn fielen alle Kurse, so dass der AEX mit 397,67 Punkten auf den niedrigste Stand seit drei Jahren fiel. Beim letzten Mal führten Spekulationen über Ausfälle in der Rohölförderung in Hurrikansaison 2005 mit „Katrina“ und „Rita“ zu drastischen Kursverlusten. Davor war der Leitindex nach den Anschlägen vom 11. September 2001 unter 400 Punkte gefallen.

Auch die übrigen europäischen Börsen mussten am Morgen schwere Kurseinbrüche hinnehmen. Grund hierfür war ein gestern veröffentlichter Bericht des renommierten Finanzinstituts Goldman Sachs nach dem die Auswirkungen der Kreditkrise auf die europäischen Bankhäuser schlimmer sind, als befürchtet. Die US-amerikanische Investmentbank hat ihre Prognose für insgesamt 40 europäische Banken nach unten revidiert. Demnach brauchen die Banken im laufenden und im kommenden Jahr neues Kapital in der Höhe von 60 bis 90 Milliarden Euro. Nachdem man an den Börsen vorsichtig optimistisch war, die schlimmsten Auswirkungen der Kreditkrise überstanden zu haben, kann man laut Goldman Sachs davon ausgehen, dass der Finanzsektor erneut schwer getroffen wird.