Nachrichten juli 2008



BILDUNG: Diskussion um freie Studienplatzwahl iranischer Studenten

Den Haag. FN/NRC. 2. Juli 2008.

Sollte man es verhindern, dass Studenten mit iranischer Staatsangehörigkeit an niederländischen Universitäten Kernphysik studieren? Hintergrund dieser Frage ist die Befürchtung, dass das Wissen über die Herstellung und Verbreitung von Kernwaffen durch die Studenten in den Iran gelangen könnte. Seitdem der Streit um das iranische Atomprogramm die internationale Gemeinschaft beschäftigt, sehen sich die technischen Universitäten in den Niederlanden mit diesem heiklen Problem konfrontiert. Außenminister Maxime Verhagen (CDA) und Bildungsminister Roland Plasterk (PvdA) hatten bereits Anfang des Jahres alle Hochschulen zu großer Vorsicht und Zurückhaltung bei der Zulassung von iranischen Studenten aufgerufen. Der Aufruf hatte heftige Proteste von Studenten und Wissenschaftlern zur Folge. Dennoch folgten einige Einrichtungen der Vorgabe. Die Technische Universität Eindhoven forderte beispielsweise über jeden Iraner eine Auskunft beim Algemene Inlichtingen- en Veiligheidsdienst (AIVD) an. Der „Allgemeine Auskunfts- und Sicherheitsdienst“ ist der Inlandsgeheimdienst der Niederlande. Dieser weigerte sich jedoch, Profile über iranische Studierende zu erstellen, beziehungsweise herauszugeben. Nach Aussagen der Tageszeitung NRC Handelsblad zieht die Universität Twente sogar in Erwägung „die Tür für alle iranischen Studenten und Mitarbeiter zu schließen“. Außenminster Verhagen kündigte gestern an, dass in Kürze eine offizielle Regelung durch das Kabinett getroffen werden soll. Erwartet wird eine offizielle Bekanntmachung für den Umgang mit den als „sensibel im Bereich der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen“ beschriebenen Ausbildungen.