Nachrichten Januar 2008


UNGLÜCK: „Es ist schrecklich“ – niederländische Soldaten durch eigenes Feuer getötet

Deh Rawood. FN/NRC/VK/Reuters. 14. Januar 2008.

Bei einem Feuergefecht mit Talibankämpfern in Afghanistan haben niederländische Soldaten offenbar zwei ihrer Kameraden getötet. Die Soldaten gehörten dem niederländischen Kontingent der ISAF-Truppe an, das im Rahmen der NATO-Friedensmission in Afghanistan in der südlichen Provinz Uruzgan stationiert ist. Bei dem Gefecht hätten sich die niederländischen Soldaten den Aufständischen von zwei Seiten unter heftigem Beschuss genähert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Den Haag am Sonntag. Die Lage sei unübersichtlich gewesen, weil die Aufständischen bei schlechter Sicht die niederländischen Reihen durchquert hätten. Das Ministerium bezeichnete es deshalb als „sehr wahrscheinlich“, dass die beiden Niederländer im Alter von 20 und 22 Jahren durch Feuer der eigenen Leute ums Leben gekommen seien. Der Kommandant der niederländischen Streitkräfte, General Dick Berlijn, erklärte gestern, habe sich um eine „fatale Kombination aus Dunkelheit, schlechten Wetterbedingungen, und einer schwierigen Situation“ gehandelt. Die Soldaten sein bei einer Aufklärungspatrouille in der Nähe der Stadt Deh Rawood, in der sich das niederländische Basislager befindet, in diese unüberschaubare Lage geraten. Talibankämpfer durchquerten bei schlechter Sicht die niederländischen Reihen. Sie wurden von den niederländischen Soldaten unter Beschuss genommen. Dabei sind die beiden Soldaten des 44. Panzerinfanteriebataillons getötet worden. „Es ist schrecklich“, sagte Berlijn, der höchste niederländische Militär, gestern. Er versicherte, dass alles getan werde, um den Kameraden der beiden Opfer beizustehen.

Ein dritter niederländischer Soldat wurde schwer verwundet. Dem 20-jährigen mussten, nachdem er aus der Gefahrenzone gerettet werden konnte, beide Beine amputiert werden. Während die niederländischen Soldaten dem verwundeten Kameraden halfen, sind sie beschossen worden. Daraufhin töteten sie zwei weitere Männer. Wie sich später herausstellte, gehörten diese zu den verbündeten einheimischen Soldaten. Die Afghanen hätten allerdings keine Armeeuniform getragen und hätten sich bei der Annäherung auffällig verhalten, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Den Haag.

Mit dem Tod der beiden Soldaten erhöht sich die Zahl der niederländischen Opfer bei Afghanistanmission auf vierzehn. Das Justiz- und das Verteidigungsministerium streben eine umfassende Untersuchung an, um die genaue Ursache der tödlichen Schüsse aufzuklären.