Nachrichten Januar 2008


RECHT: Todesurteil Van der Lubbe annulliert

Leiden. JOK/VK. 11. Januar 2008.

75 Jahre ist es her, dass der aus der niederländischen Kleinstadt Leiden stammende Marinus van der Lubbe den deutschen Reichstag in Brand steckte. Das nationalsozialistische System verurteilte van der Lubbe nach seiner hartnäckigen Aussage, der alleinige Täter zu sein, zum Tode. Mithilfe eines neuen, speziell für diesen Fall entworfenen Gesetzes wurde er 1934 enthauptet. Seitdem ranken sich Verschwörungs- und Komplotttheorien rund um den „eigenwilligen“ (VK) Anarchisten van der Lubbe. Die Annahme aber, dass er einem Nazikomplott zum Opfer gefallen war um den darauffolgenden Staatsterror zu legitimieren, war bereits einmal Grund, ihn nachträglich freizusprechen und ein anderes Mal ihn zu acht Jahren Strafe zu verurteilen – das eigentliche Strafmaß für Brandstiftung. Nun aber hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe endgültig beschlossen, dass das von den Nazis verfasste Todesurteil für nichtig zu erklären ist. Späte Genugtuung für den Biografen Martin Schouten des inzwischen nun auch offiziell rehabilitierten van der Lubbe: „Rinus war ein unmöglicher Mann, aber auch ein sehr liebenswerter“ so Schouten.