Nachrichten Januar 2008


KULTUR: Leipziger Literaturpreis für niederländischen Autor Geert Mak

Leipzig. FN/NRC/Deutsche Welle.  8. Januar 2008.

Der niederländische Autor Geert Mak erhält den “Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2008”. Damit werden seine in den vergangenen zehn Jahren erschienenen Bücher zu europäischen Themen gewürdigt, gab das städtische Kulturamt Leipzig bekannt.

Der 1946 im nordniederländischen Friesland geborene Mak arbeitete nach seinem Studium der Rechtswissenschaften lange Zeit als Journalist. Auf einer einjährigen Reise durch Europa sind zahlreiche Essays entstanden, die er 2004 unter dem Titel “In Europa. Eine Reise durch das 20. Jahrhundert” veröffentlichte. Die Jury würdigte besonders dieses Werk als “Beitrag zum besseren Verständnis der großen europäischen Zusammenhänge”. Darin zeichnet Mak die großen Entwicklungslinien der Geschichte der Länder Europas nach. Gleichzeitig geht er aber auch auf die Besonderheiten und die Vielfalt der europäischen Geschichte ein. Sein Ziel war es, “eine Art Endinspektion” durchzuführen um “den Zustand des Kontinents am Ende des Jahrhunderts” festzustellen: “Auf meiner Reise durch Europa folgte ich auf der Suche nach Spuren dem Lauf der Geschichte.” Durch die Kombination von Archiv-Quellen und Zeitzeugenberichten gelang es Mak, einen gründlich recherchierten, ausführlichen aber dennoch lesbaren Bericht zu liefern. Dabei stellt er nicht nur die Vergangenheit dar, sondern macht auch deutlich, welchen Einfluss die Geschehnisse auf die Gegenwart Europas haben. In seinen weiteren Veröffentlichungen beobachtet Mak vor allem den Alltag und die Entwicklung in den Niederlanden. Aufsehen erregte seine ebenfalls 2004 erschienene Analyse der Hintergründe und Folgeerscheinungen des Mords an Theo van Gogh. Die Erklärungsversuche für die Eskalation im Zusammenleben der Kulturen erarbeitete Mak unmittelbar nach dem Attentat auf van Gogh. Seine emotionale Betroffenheit kommt dabei überdeutlich zum Ausdruck.

Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wird zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im März überreicht. Die Auszeichnung wird seit 1994 vergeben. Zu den Geerten zählten in der vergangenen Jahren unter anderen der britische Historiker Eric Hobsbawm und der deutsche Publizist Gerd Koenen.