Nachrichten Februar 2008


GESCHICHTE: „Die Suche“ – niederländischer Comic über den Holocaust an deutschen Schulen

Amsterdam/Berlin. CK/ Brabants Dagblad/ Noordhollands Dagblad/ Spiegel/ Im Westen. 21. Februar 2008.

Wer bei dem Stichwort Comic an lustige Geschichten eines Donald Duck denkt, liegt in diesem Fall völlig falsch. Der niederländische Zeichner Eric Heuvel setzt sich in seinen beiden Comics „De Ontdekking“ (Die Entdeckung) und „De Zoektocht“ (Die Suche) mit dem schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte auseinander: dem Holocaust. In den Niederlanden gehört der erste Band schon seit einigen Jahren zum festen Bestandteil des Geschichtsunterrichts. Etwa 3/4 der Lehrer setzen dieses ungewöhnliche Medium ein, um Schülern zwischen 13 und 15 Jahren die schwierige Thematik näher zu bringen. Nun soll die Fortsetzung des Comics, die weniger als der erste Teil auf die niederländische Situation zugeschnitten ist, auch im Ausland seinen Siegeszug antreten. In Deutschland, Polen und Ungarn wird „Die Suche“ zurzeit in einigen Schulen getestet. Im Mittelpunkt steht ein jüdisches Mädchen, das sich zusammen mit seiner Großmutter, die den Holocaust im Versteck überlebte, auf die Suche nach der familiären Vergangenheit macht. Der Comic knüpfe bewusst in der heutigen Zeit an, um die Kinder in „ihrem Lebensalltag“ abzuholen, so Thomas Heppener. Der Direktor des Berliner Anne Frank Zentrums sieht darin eine Möglichkeit, die oftmals übersättigten Schüler besser zu erreichen. Bis Ende Juni begleitet die Anne Frank Stiftung, die den Comic mit herausgegeben hat, die Testklassen und befragt Schüler und Lehrer zu ihren Eindrücken. Sollten sich die Comics dort als Erfolg herausstellen, so werden sie in Zukunft nicht nur in Berlin und einigen nordrheinwestfälischen Städten zum Schulalltag gehören.