Nachrichten Februar 2008


UMWELT: Tulpeninseln vor Holland

Den Haag. JOK/TR. 05. Februar 2008.

Der Plan geisterte schon lange durch die politische Diskussion, nun scheint er wirklich in die Tat umgesetzt zu werden: Künstlich geschaffene – tulpenförmige - Inseln vor der Küste der Niederlande, um Energie zu generieren.

Nach den im vorigen Jahrhundert begonnenen niederländischen Landgewinnungsprojekten, dem 1932 vollendeten 32 Kilometer langen Abschlussdeich quer durch die Zuiderzee und dem Wasserschutzprojekt Deltawerke, steht jetzt in den Niederlanden das nächste Megaprojekt zur Debatte. Der christdemokratische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende stellte am 04. Februar als Leiter der sogenannten Innovationsplattform zur Erneuerung der Wasserschutzpolitik das Projekt vor, welches zum Ziel hat, vor der niederländischen Küste tulpenförmige Inseln zu schaffen. Sie sollen die Küstensicherheit verbessern und durch Wasserkraftanlagen Elektrizität schaffen. Die weitere Nutzung durch Industrie und Wohungsbau wird diskutiert. Bisher scheiterten die Tulpeninselvisionen, jedoch vermuten einige Experten nach der gestrigen Konferenz in Scheveningen, dass sich die Voraussetzungen deutlich geändert haben. Die günstigeren Kosten der Sandbearbeitung und Landgewinnung, die stetig steigenden Grundstückspreise und die Aussicht auf eine unabhängigere Energiewirtschaft spielten inzwischen eine bedeutende Rolle. So betonte auch der Ministerpräsident vor den anwesenden Unternehmern, dass die Niederlande sich ruhig trauen dürften, in großen Kategorien zu denken: „Die Probleme der niederländischen Gesellschaft sind auch groß. Die Niederlande müssen die Anerkennung, die durch Einpolderungen, Abschlussdeich und Deltawerke geschaffen wurde, aufrecht erhalten. In großen Maßstäben zu denken hat uns viel eingebracht, und außerdem hatten wir auch wirtschaftliche Vorteile. Wir dürfen jetzt nicht abwarten, sondern müssen handeln.“. Kritische Stimmen warnen vor katastrophalen Folgen für die inländische Fischerrei- und Schifffahrtindustrie, sowie vor unabsehbaren Auswirkungen auf das Ökosystem.