Nachrichten Dezember 2008


ENTWICKLUNGSHILFE: Niederlande Nummer 1 bei der Entwicklungszusammenarbeit

Den Haag. FN/minbuza.nl/NRC/VK. 10. Dezember 2008.

Im Vergleich machen die Niederlande die qualitativ beste Entwicklungszusammenarbeit der westlichen Industriestaaten. Das geht aus dem „Commitment to Development Index 2008“ hervor, der durch das Center für Global Development (CGD) erhoben wird. Am vergangenen Montag übergab die Direktorin des CGD, Nancy Birdsall, die Ergebnisse der Studie dem niederländischen Entwicklungshilfeminister Bert Koenders (PvdA). „Die Niederlande stehen weltweit an der Spitze, wenn es um die Qualität der Entwicklungszusammenarbeit geht“, erklärte sie.

Das US-amerikanische Analyseinstitut hat sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, „die globale Armut und Ungleichheit zu reduzieren“. Dafür müsse ein Politikwechsel „durch rigorose Recherche“ forciert werden. Das Institut ist auf Evaluierung von staatlicher Entwicklungshilfe spezialisiert. Dabei wird nicht nur die Höhe der Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit verglichen. Neben dem quantitativen Vergleich nimmt die Bewertung der Qualität der Maßnahmen den wichtigsten Stellenwert ein. Die Leistungen in den Bereichen Handel, Investitionen, Migration, Umweltschutz, Sicherheit und Technologie werden für den Index ermittelt. Mit einem durchschnittlichen Wert von 6,7 Punkten (von 10 möglichen) stehen die Niederlande auf Platz 1 von 22 bewerteten Ländern. Auffällig ist, dass von den wirtschaftsstarken G7-Staaten Großbritannien (Platz 6) als einziger Staat in den Top 10 vertreten ist. Sehr gute Ergebnisse erzielten auch die skandinavischen Staaten, die – ebenso wie die Niederlande – seit vielen Jahren großen Wert auf nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit legen. Die USA belegen mit Rang 17 einen der hintern Plätze. Deutschland belegt Platz 12.

Nancy Birdsall stellte besonders heraus, dass die niederländischen Maßnahmen vor allem an Staaten mit so genannter „guter Regierungsführung“ mit wenig Korruption gingen. Auch die Aspekte des Umweltschutzes würden bei den niederländischen Entwicklungshilfeprojekten im besonderen Maße berücksichtigt. Aber es gab auch Kritikpunkte: die Bereitschaft der Niederlande, Migranten aufzunehmen ist sehr gering. Auch die Einfuhrbestimmungen für Agrarprodukte aus den Niederlanden ist sind zu restriktiv. Entwicklungshilfeminister Koenders kündigte eine weitere Modernisierung der niederländischen Entwicklungshilfe an. Durch den Bericht des CGD fühlte er sich dabei bestätigt: „Wir sind auf einem guten Weg“, gab er sich optimistisch für die Zukunft.