Nachrichten Dezember 2008


CPB: “Die Wirtschaft kann auch um 2 Prozent schrumpfen”

Den Haag. FN/NRC/Trouw/VK. 9. Dezember 2008.

Die Wirtschaftskrise wird auch die Niederlande im folgenden Jahr in die Rezession stürzen. Das Analyseinstitut Centraal Planbureau (CPB) hat ein Schrumpfen der niederländischen Wirtschaft um bis zu 2 Prozent prognostiziert. Das sind die schlechtesten Wirtschaftsaussichten seit den Achtzigerjahren. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, erklärte Coen Teulings, Direktor des CPB und meint damit die völlig unberechenbaren Kursausschläge der vergangenen Wochen. „Seit der Lehman-Pleite im September leben wir in einer anderen Welt.“ Wegen der unsicheren Lage an den weltweiten Finanzmärkten fällt es den Analysten schwer, wirklich belastbare Zahlen vorzulegen. Das CPB hat bisher zu der Entwicklung geschwiegen, um nicht an den zum Teil sehr übertriebenen Spekulationen der letzten Zeit teilzunehmen. Trotzdem weist die nun vorgelegte Prognose ein relativ große Spannbreite auf. Die niederländische Wirtschaft wird demnach voraussichtlich 2009 um 0,75 Prozent schrumpfen. „Die Wirtschaft kann aber auch um zwei Prozent schrumpfen“, muss Teulings einräumen.

Obwohl das negative Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr zu einem Haushaltsdefizit bei den Staatsfinanzen führen wird, hält Finanzminister Wouter Bos (PvdA) am aktuellen Haushaltsplan fest. Der Miljoenennota (dem Haushaltsplan) für 2009, die im September vorgestellt wurde, ist ein Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent zu Grunde gelegt. Das CPB bestätigt Bos voll und ganz in seiner Haltung. Jetzt überstützt etwas an den Staatsfinanzen zu ändern sei der falsche Weg: „Nichts tun ist das beste Mittel gegen die Krise“, betonte der CPB-Direktor. Langfristig gibt es Grund zu vorsichtigem Optimismus. Das CPB geht für das Jahr 2010 von einem erneuten Wirtschaftswachstum von rund 1 Prozent aus.