Nachrichten Dezember 2008


D-NL: Deutsch-niederländisches Polizeiteam

Bad Bentheim. JOK/TR. 01. Dezember 2008.

Zehn niederländische und zehn deutsche Polizisten sind seit letzter Woche gemeinsam als erstes grenzübeschreitendes Polizeiteam (GPT) im Einsatz gegen “mobiles Bandenwesen”. Das Experiment ist vorerst auf fünf Jahre angelegt und wird durch Subventionen der Europäischen Union finanziert.

Die Verfolgung von Menschenschmugglern, Drogenhändlern und Autodieben ist das oberste Ziel des binational besetzten Kooperationsprojektes zwischen niederländischen und deutschen Polizeibehörden. Das Büro des GPT öffnete vergangenen Mittwoch in Bad Bentheim, direkt an der Grenze zum niederländischen De Lutte.

Das GPT besteht aus zehn niederländischen und zehn deutschen Polizisten, die jeweils zu zweit Kontrollfahrten auf der Autobahn A1 im Osten der Niederlande, der A30 auf nordrhein-westfälische Seite und der A31 in Niedersachsen machen. Die Reaktionsfähigkeit der binationalen Teams ist durch den Einsatz der Meldesysteme beider Länder auf ein Vielfaches erhöht. Darüber hinaus sind die grenzüberschreitend operierenden Teams durch ihre Doppelnationalität nicht an Landesgrenzen gebunden. Die Dienstwagen sind ebenfalls internationalisiert, sodass sowohl auf niederländischer Seite deutsche Polizeiwagen eingesetzt werden dürfen, als auch umgekehrt.

Das Team besteht aus Spezialisten, die, so berichtete die niederländische Tageszeitung Trouw, mit der Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem Ausland vertraut und geübt sind. Die zwanzig Polizisten kommen aus grenznahen Gebieten und setzen sich aus Mitgliedern des niederländischen Grenzschutzes und der deutschen Bundespolizei zusammen.

Die deutsch-niederländischen Polizeibehörden arbeiten bereits seit einiger Zeit zusammen: Gemeinsame Polizeidienststellen und gemeinsame Streifendienste sind keine Neuigkeiten. Jedoch beschränkte sich die Kooperation auf Nachbarschaftsauseinandersetzungen und Verkehrsunfälle. Das GPT geht da einen Schritt weiter, da es im großen Rahmen grenzüberschreitende Kriminalität 24 Stunden am Tag verfolgen kann.