Nachrichten April 2008



LITERATUR: "Schaufenster der Niederländischen Kultur" – DBNL Literatur-Kanon online

Leiden. FN/NRC/DBNL.org. 23. April 2008.

Die Digitale Biliotheek voor de Nederlandse letteren (DBNL) macht die rund 1.000 Schlüsseltexte der niederländischen und flämischen Literatur online zugänglich. Das Projekt ist eine Initiative der niederländischen Gesellschaft für Literaturwissenschaften. Seit 1999 arbeitet die DBNL daran, die wichtigsten literarischen Werke, die Sekundärliteratur und weiterführende Informationen, wie Biografien, Porträts und Links für ein breites Publikum nutzbar zu machen. „Unser heutiges Zusammenleben entwickelte sich aus dem Denken und Handeln von unzähligen Vorfahren“, erklärt Paul Schnabel, Leiter des Auswahlkomitees für den Literatur-Kanon. Phänomene, die die Niederlande prägten, wie der Kaufmannsgeist, die Versäulung und die Demokratie seien nicht von „heute auf morgen“ entstanden, so Schnabel. Sie „entwickelten sich durch ein permanentes Aufeinandertreffen von Ideen und Meinungen.“ Gedruckte Texte spielten daher beim Entstehen von neuen und richtungsweisenden Ideen eine entscheidende Rolle, erklärt Paul Schnabel, der hauptamtlich das Sociaal en Cultureel Planbureau, ein staatliches Forschungsinstitut für den Bereich Soziales und Kultur, leitet.

Die ausgewählten Texte bilden die so genannte Basisbibliothek, die sich „auf das Gebiet der klassischen Niederlandistik“ bezieht. Zwischen 700.000 und eine Million Seiten umfasst das Onlineportal bereits. Bislang kann schon ist die Hälfte der Texte genutzt werden. Die übrigen Texte werden im Laufe dieses Jahres folgen. „Die Basisbibliothek ist das Schaufenster des Warenhauses der niederländischen Kultur“, schwärmt der Chefredakteur der DBNL, René van Stipriaan. Der Anspruch der acht Vollzeitmitarbeiter und über zwanzig studentischen Hilfekräfte ist, die Texte qualitativ hochwertig aufzuarbeiten. Dazu gehört es, die Digitalisierung möglichst fehlerfrei durchzuführen. Eingescannt werden die Texte auf den Philippinen. Besonders anspruchsvoll ist dann die Bearbeitung der Suchworte, die das Auffinden eines bestimmten Textes in der Datenbank erst ermöglichen. Die Homepage erfreut sich schon einer großen Beliebtheit bei den Internetnutzern. Bis zu 18.000 Besucher nutzen das Angebot der DBNL täglich. Neben Wissenschaftler besuchen vor allem Studenten, Journalisten, Verleger und Lehrer die digitale Bibliothek im Internet.