Nachrichten April 2008



BILDUNG: Lohnerhöhung gegen Lehrermangel

Den Haag. FN/NRC/VK. 16. April 2008.

Ein Bündnis zwischen Politik, Gewerkschaften und Schulverwaltungen hat ein Abkommen zur Beseitigung des Lehrermangels in den Niederlanden geschlossen. Als Mittel gegen das Defizit an qualifizierten Lehrkräften sollen die Gehälter der Lehrer deutlich angehoben werden. Unter der Regie von Ronald Plasterk, Minister für Unterricht, Kultur und Wissenschaft, haben sich die Vertreter der Gewerkschaften und Verwaltungen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch einigen können. Mit den beschlossenen Maßnahmen soll der sich bereits abzeichnende dramatische Lehrermangel in den kommenden Jahren noch abgewendet werden. Die deutliche Erhöhung der Entlohnung soll den Beruf attraktiver machen, so dass sich mehr Studierende für die Lehrerlaufbahn entscheiden. Für die Lohnerhöhungen muss Minister Plasterk bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2011 einen jährlichen Betrag von 700 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Die größte Lehrergewerkschaft, der Algemene Onderwijsbond (AOb), meldet, dass Lehrer von weiterführenden Schulen kurzfristig mit einer Lohnerhöhung von 500 Euro im Monat rechnen können. Im Bereich des weiterführenden Unterrichts werden die größten personellen Engpässe erwartet. Daher sollen Akademikern, die die Oberstufe der weiterführenden Schulen unterrichten, in der höchsten Gehaltsstufe bis zu 1.100 Euro mehr erhalten, als im Moment üblich. Zusätzlich werden künftig allen Lehrkräften am 5. Oktober, dem Tag des Lehrers, ein Bonus von 200 Euro ausgezahlt. Die Lohnerhöhungen sollen auch durch die Verkürzung der Laufbahnabschnitte erreicht werden. So sollen beispielsweise Lehrer an Grundschulen die höchste Gehaltsstufe bereits nach 15 und nicht wie bisher nach 18 Jahren erreichen.

Die Lehrerorganisationen begrüßen die Vereinbarungen grundsätzlich, sind jedoch skeptisch darüber, ob die Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrermangels weitreichend genug sind. Walter Dresscher, Vorsitzender des AOb, bewertet die Übereinkunft als „einen Schritt in die richtige Richtung, aber keine endgültige Lösung des Problems“. Ein Sprecher der Lehrersektion beim Gewerkschaftsbund CNV schließt sich dieser Einschätzung an. Die Erhöhung der Lehrergehälter sei dringend notwendig gewesen: „Das ist die Beste Lösung, um das vorhandene Geld einzusetzen.“