Nachrichten September 2007



DISKUSSION: Ehsan Jami und Geert Wilders veröffentlichen gemeinsamen Artikel

Den Haag. FN/VK/NRC/Trouw. 27. September 2007.

Ehsan Jami, PvdA-Mitglied und Vorsitzender des Komitees für Ex-Muslime, hat gemeinsam mit dem Rechtspopulisten Geert Wilders am heutigen Donnerstag einen Artikel in der niederländischen Tageszeitung de Volkskrant veröffentlicht. Bei ihrer heftigen Kritik am Islam zieht das ungewöhnliche Autorenduo auch einen Vergleich zwischen Adolf Hitler und dem wichtigsten Propheten des Islams, Mohammed. Geert Wilders von der rechts-populistischen PVV hatte in den letzten Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als er medienwirksam forderte, den Koran verbieten zu lassen. Ehsan Jami ist auf Grund seiner Funktion in der bei den Muslimen umstrittenen Anlaufstelle für Menschen, die sich offiziell vom islamischen Glauben abwenden, mehrfach bedroht und angegriffen worden. (NiederlandeNet berichtete über beide Themen). Unter der Schlagzeile „Wir werden nicht schweigen“ reagierten die beiden Autoren auf die aktuellen Aussagen des nationalen Koordinators für Terrorismusbekämpfung Tijbbe Joustra. Joustra hatte sich besorgt geäußert über die über die seiner Meinung nach zu unüberlegte Kritik von einigen prominenten Niederländern am Islam. „Solche radikalen Aussagen könnten Menschen, die an der Schwelle zur Gewaltausübung stehen, den letzten Anlass zum Handeln geben“, befürchtet er. Jami und Wilders stilisieren Joustras Appell zur Besonnenheit zu einem Angriff auf die Meinungsfreiheit hoch. Sie unterstellen Joustra, er betreibe mit seiner „politisch korrekten Ansthazerij“ einen Kurs der Einschüchterung der vor dem Islam kapituliert. Als Hauptaussage des Artikels verurteilen die Autoren das Schweigen über die Gewalttätigkeit des Islams. Dies sei ein „historischer Irrtum“ und „eine Beleidigung für diejenigen, die ihr Leben für die Freiheit gegeben haben“. Insbesondere gingen sie dabei auf den Umgang mit Frauen, Homosexuellen sowie Andersdenkenden und Atheisten ein. Sie kamen zu dem Schluss, dass Prophet Mohammed ein „grausamer Tyrann“ ohne jegliche Toleranz zu beurteilen sei. Indem sie an die Dreißigerjahre erinnerten, bemühten Jami und Wilders einen fragwürdigen Vergleich, der als Warnung für die Zukunft gedacht ist: „Nur war es damals Hitler und heute ist es Mohammed“, prophezeiten sie.