Nachrichten September 2007



RECHT: Prozess gegen Holleeder fortgesetzt

Amsterdam. CK/VK/NRC. 11. September 2007.

Am Montag wurde der „Prozess des Jahrhunderts“ gegen den niederländischen Kriminellen Willem Holleeder wieder aufgenommen. Er gilt als Hauptverdächtiger in mehreren Erpressungsfällen. Zudem wird er wegen Geldwäscherei, der (schweren) Misshandlung in mehreren Fällen sowie der Leitung einer kriminellen Organisation angeklagt. Zu seinen Erpressungsopfern gehören die Immobilienhändler Rolf Friedländer und Kees Houtman sowie die vor wenigen Jahren ermordeten Willem Endstra und John Wijsmuller. Holleeder wird zudem in Verbindung mit mehreren Auftragsmorden, u.a. an Endstra, gebracht, die bislang aber nicht Teil des Prozesses sind. Friedländer bestreitet bislang, von Holleeder erpresst worden zu sein. Als Grund für sein Schweigen wird Angst vor Vergeltung vermutet. Bereits im April war der Prozess gegen Holleeder und acht weitere Verdächtige eröffnet, jedoch wegen Herzproblemen des Hauptangeklagten kurze Zeit später wieder eingestellt worden (NiederlandeNet berichtete im April). Das Amsterdamer Prozessgebäude steht unter besonderem Schutz: In der Nacht vor dem damaligen Prozessbeginn war es Ziel eines bislang ungeklärten Anschlags geworden.

Holleeder war bereits in den 1980er Jahren wegen der Entführung von Freddy Heineken, Inhaber des Bierkonzerns, zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil für den aktuellen Strafprozess wird im November erwartet.