Nachrichten September 2007



AFGHANISTAN: Balkenende besucht Truppen in Afghanistan

Den Haag. VS/NRC/EV. 11. September 2007.

Ministerpräsident Jan Peter Balkenende (CDA) stattete gestern den niederländischen ISAF-Truppen in der süd-afghanischen Provinz Uruzgan einen Überraschungsbesuch ab und zeigte sich von deren schweren und gefährlichen Arbeit beeindruckt. Der niederländische Beitrag zur NATO-Mission ISAF war auch Thema eines ausführlichen Gesprächs mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Dabei ging es vor allem um Verstärkung und Aufbau des Militärs und der Polizei im Süden des Landes, wo die Niederländer aktiv sind. Eine Stärkung der afghanischen Sicherheitskräfte ist Voraussetzung für einen zukünftigen Abbau der ISAF-Truppen. Bei dem Einsatz, der noch bis Ende August 2008 dauert, befinden sich zurzeit ca. 1.700 niederländische Soldaten in Uruzgan. Die afghanische Regierung hat jedoch bereits um eine Verlängerung der Mission gebeten. Ob der Einsatz über den August 2008 hinaus verlängert wird, muss das Kabinett noch entscheiden. Die ursprünglich bereits im August diesen Jahres erwartete Entscheidung ist jedoch verschoben worden, da noch eine vorausgehende Untersuchung abgewartet wird. Eingeweihte erwarten die Entscheidung nicht vor Oktober.Wenn es nach der niederländischen Bevölkerung ginge, würde die Mission nicht verlängert werden. Einer Umfrage zufolge sind über die Hälfte der Niederländer gegen eine Verlängerung, die Mehrheit der Einsatzgegner sähe am liebsten einen sofortigen Abzug der Truppen aus Uruzgan. Die Befragten zweifelten vor allem am Nutzen der Mission: ein Drittel glaubt, die niederländischen Soldaten könnten dort nichts ausrichten. Ganz anderer Meinung sind da die Australier, die in Afghanistan eng mit den Niederländern zusammenarbeiten. Der australische Verteidigungsminister Brendan Nelson sagte vorige Woche, bei einem Ausstieg der Niederländer aus dem ISAF-Einsatz würde auch das australische Engagement überdacht werden müssen.Balkenende wurde bei seinem Besuch von Staatssekretär Cees van der Knaap (CDA) und vom Minister für Entwicklungszusammenarbeit Bert Koenders (PvdA) begleitet. Koenders sicherte gestern mehr finanzielle Hilfe für die Region zu: 15 Millionen Euro für die Verstärkung der afghanischen Polizei, 3 Millionen für bessere Bildungsmöglichkeiten für Mädchen und 13 Millionen für Landwirtschaftsentwicklung und Mikrokredite.