Nachrichten OKtober 2007


INTERNATIONAL: Niederländischer Menschenrechtsaktivist im Iran zum Tode verurteilt

Maastricht. CK/VK/NRC. 30. Oktober 2007.

Abdullah al-Mansouri, Niederländer iranischer Herkunft, wurde laut Angaben der syrischen Menschenrechtsorganisation NOHRS wegen vermeintlicher terroristischer Aktivitäten im Iran zum Tode verurteilt. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor. Al-Mansouri, Menschenrechtsaktivist und Vorsitzender der „Ahwaz Liberation Organisation“ (ALO), war 1989 mit seiner Familie in die Niederlande geflüchtet. Er setzt sich mit seiner Organisation insbesondere für die Unabhängigkeit der iranischen Region Al-Ahwaz ein und wurde vor einigen Jahren von Königin Beatrix für seinen Einsatz für die dortige Minderheit mit dem Oranje-Nassau-Orden ausgezeichnet. Im letzten Jahr wurde er gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern seiner Menschrechtsorganisation während einer Reise nach Damaskus festgenommen und von der syrischen Regierung an den Iran ausgeliefert. Seitdem ist er, laut Angaben seines Sohnes Adnan al-Mansouri, dreimal ohne Anwalt vor Gericht erschienen. Sein Anwalt war zuvor festgenommen und aus unbekannten Gründen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Sollte sich das Todesurteil als richtig erweisen, könnte al-Mansouri innerhalb von 48 Stunden die Exekution drohen. Bereits vor zwei Wochen erreichten Gerüchte über ein mögliches Todesurteil das niederländische Außenministerium. Minister Maxime Verhagen hatte daraufhin in einem Gespräch mit der iranischen Botschaft Klarheit über das Schicksal al-Mansouris gefordert. Bislang liegen jedoch keine weiteren Informationen von Seiten der Iraner vor; diese betrachten die „Sache al-Mansouri“ als eine interne Angelegenheit. Insbesondere GroenLinks, die rechtspopulistische PVV und die sozialdemokratische PvdA fordern Außenminister Verhagen, der heute den Mitgliedern der Zweiten Kammer in dieser Angelegenheit Rede und Antwort stehen muss, zu einem schnellen Handeln auf. Alt-Außenminister Ben Bot (CDA) erklärte sich bereit, gegebenenfalls mit einer Delegation in den Iran zu reisen, um sich vor Ort für eine Freilassung al-Masouris einzusetzen. Europaparlamentarier Jules Maaten (VVD) appellierte in Brüssel an die EU, sich gemeinsam für die Menschenrechtler einzusetzen. Die anderen verhafteten Mitarbeiter der ALO hatten nach ihrer Flucht aus dem Iran in Schweden und Norwegen Asyl erhalten. Auch ihnen droht die Todesstrafe. Im Falle des Vizevorsitzenden der ALO, Rasoul Mazrac, signalisierte die iranische Regierung Bereitschaft, sein Todesurteil gegen Geld aufzuheben. Ob auf diesem Wege auch al-Mansouri das Leben gerettet werden kann, ist bislang nicht bekannt.