Nachrichten OKtober 2007


INTERNATIONAL: Bestnote für niederländische Entwicklungshilfe

Washington. FN/epo.de. 24 Oktober 2007.

Im internationalen Vergleich belegen die Niederlande den Spitzenplatz bei der Bewertung der Entwicklungshilfe. Das geht aus einer Studie des US-amerikanischen Forschungsinstituts Center for Global Development (CGD) hervor. Für den aktuellen "Commitment to Development Index" (CDI) erstellte das US-amerikanische Institut, das als unabhängiger think tank den Erfolg der Bemühungen der Industrieländer bei der Reduzierung von Armut und Ungleichheit in den Entwicklungsländern untersucht, ein Entwicklungshilfe-Ranking. Die Rangliste bewertet 21 reiche Länder danach, wie sehr sie Wohlstand, gute Regierungsführung und Sicherheit in den armen Ländern fördern. Die Niederlande liegen in diesem Index auf Rang 1 - aufgrund der hohen Finanzhilfen, ihrer Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgase und ihrer Unterstützung für Investitionen in Entwicklungsländern. Der Index bewertet das Engagement für Entwicklung anhand von sieben Kriterien: Umwelt, Finanzhilfe, Handel, Investitionen, Migration, Sicherheit und Technologie. Hinter den Niederlanden belegen Dänemark, Norwegen, Schweden und Neuseeland die Plätze 2 bis 5. Deutschland liegt auf Rang 12, die USA belegen Platz 14.

Das Bestreben, eine führende Rolle in der internationalen Entwicklungspolitik zu besetzen, hat in den Niederlanden Tradition. Von der Armutsbekämpfung bis hin zum Schutz der Menschenrechte ist das Engagement in der Entwicklungspolitik wesentlicher Bestandteil des außenpolitischen Selbstbildes. Bereits seit den Siebzigerjahren sind die Niederlande – neben den skandinavischen Ländern – führend bei der Umsetzung der Entwicklungspolitik der Vereinten Nationen (UN). Beispielsweise erfüllen nur die Niederlande und die skandinavischen Länder die seit den Siebzigerjahren bestehende Auflage der UN an die Industriestaaten, mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Mit bis zu 1,5 Prozent des BIP lagen die finanziellen Aufwendungen der Niederlande teilweise sogar deutlich über dem vereinbarten Ziel. Im Vergleich ist der Anteil der bundesdeutschen Entwicklungshilfe deutlich geringer. Obwohl sich die Bundesrepublik 1995 verpflichtet hat, das 0,7 Prozent-Ziel einzuhalten, liegt der deutsche Beitrag seit Jahren unter 0,3 Prozent und damit noch unter dem EU-Durchschnitt.

Weiterhin konnte im Rahmen der Studie des CGD empirisch belegt werden, dass die reichen Länder durch den Transfer von Technologie langfristig einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklungsländer ausüben. Ein Beweis dafür seien die Entwicklung der menschlichen Gesundheit und der Lebenserwartung in Lateinamerika und Ostasien. Im Laufe der letzten vierzig Jahre des 20. Jahrhunderts erlebten diese beiden Regionen laut dem CGD Verbesserungen, für die Europa rund 150 Jahre gebraucht hat.