Nachrichten OKtober 2007


AFGHANISTAN: Australische Verstärkung in Uruzgan

Rotterdam. FN/NRC/VK. 4. Oktober 2007.

Australien wird Hunderte von zusätzlichen Soldaten in die afghanische Provinz Uruzgan schicken, meldete die australische Tageszeitung „The Australien“ heute. Die Truppenverstärkung soll im Zusammenhang mit dem geplanten Rückzug der niederländischen Truppen aus der Unruheprovinz im Süden Afghanistans stehen. Sowohl das niederländische, als auch das australische Verteidigungsministerium dementierten jedoch diese Meldung. Australien hat im Moment 970 Soldaten in Afghanistan. Wie hoch die Anzahl der Soldaten sein wird, die Mitte nächsten Jahres zusätzlich entsandt werden sollen, hängt nach Informationen der australischen Tageszeitung davon ab, wie viele niederländische Soldaten abgezogen werden. Falls in Afghanistan die bisherige niederländische Truppenstärke von ungefähr 1600 um einige Hundert Soldaten reduziert und dafür durch australische Soldaten ersetzt werden sollte, würde Australien das größte Kontingent in Uruzgan stellen. Damit könnten die Niederländer die Leitung der gefährlichen Mission an Australien abgeben. Angeblich haben die australischen Verantwortlichen in den vergangenen zwei Wochen gemeinsam mit den Niederländern bei der NATO über die Verschiebung der Truppenstärke beraten. Das niederländische Kabinett soll zurzeit schon an einem Vorschlag für einen Teilabzug ihrer ISAF-Soldaten arbeiten. Ende des Monats wird ein informelles NATO-Treffen in Noordwijk stattfinden, zu dem Verteidigungsminister Van Middelkoop eingeladen hat. In einem Interview äußerte Van Middelkoop gestern, dass ein vollständiger Abzug der Niederländer aus Afghanistan nicht ausgeschlossen sei.In Kürze muss in den Niederlanden über die Fortsetzung der umstrittenen Mission in Uruzgan über das Jahr 2008 hinaus eine Entscheidung getroffen werden. (NiederlandeNet berichtete im September) Militärexperten haben bereits angekündigt, dass wegen der unsichern Lage im Süden Afghanistans die Mission im heutigen Umfang nicht fortzuführen sei. Die Gründe hierfür sind die zu geringe Truppenstärke, der Mangel an Material und die ausgesprochen hohen Kosten für den Auslandseinsatz. Weiterhin sind die Niederlande auf der Suche nach einem weiteren Partner für die ISAF-Mission. Die Lage in Uruzgan ist nach wie vor angespannt. Erst in dieser Woche sind weitere achtzig niederländische Soldaten nach Uruzgan geflogen worden. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Sicherung der niederländischen Militärbasen, die immer wieder durch Talibankämpfer angegriffen werden.