Nachrichten Dezember 2007



WIRTSCHAFT: Höchstes Wirtschaftswachstum seit sieben Jahren

Voorburg. FN/NRC/VK. 14. November 2007.

Die niederländische Wirtschaft ist im vergangenen Quartal um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Das ist das höchste Wirtschaftswachstum seit sieben Jahren. Dies gab das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) gestern bekannt. Eine Rezession, wie zurzeit in den USA, ist nicht zu befürchten. Die Kreditkrise, die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt und die stark fallenden Börsenkurse, hatten keine negativen Auswirkungen auf das Wachstum der Wirtschaft im vergangenen Quartal. Vor allem die deutlich gestiegene Produktion von Erdgas gab einen positiven Impuls. Analysten gehen allerdings davon aus, dass sich das ungewöhnlich hohe Wachstum nicht wiederholen wird. „Die ungewöhnliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums ergab sich vor allem aus der hohen Gasproduktion“, erklärte Michiel Vergeer, Volkswirt beim CBS. Weil der Sommer und der Herbst relativ kalt waren, schalteten viele Menschen die Heizung früher an als gewöhnlich. So konnten die Gasversorger deutlich höhere Umsätze verzeichnen. Die Gasproduktion stieg in den vergangenen Monaten um ein Viertel. Durch die Kälte konnten die Niederlande viel mehr Gas als im vergangenen Jahr exportieren. Ungefähr die Hälfte des Wirtschaftswachstums muss der erhöhten Gasproduktion zugeschrieben werden. „Das ist ein Beitrag zum Wirtschaftswachstum der sich so nicht halten wird“, prognostiziert Dimitry Fleming, Analyst beim Finanzdienstleister ING. Auch die niederländischen Konsumenten haben einen Beitrag zum erhöhten Wirtschaftswachstum geleistet, indem sie 2,4 Prozent mehr konsumierten als im Vorjahr. Sie gaben – außer für Gas – vor allem mehr Geld für die Anschaffung von Autos, Möbel, Kleidung und Elektrogeräte aus.

Durchschnittlich wächst die niederländische Wirtschaft in diesem Jahr um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das übertrifft die Prognosen. Das Centraal Planbureau (CPB), das für die Wirtschaftsprognosen verantwortlich ist, hatte für 2007 ein Wachstum von 2,75 Prozent vorausgesagt. Bei gleichzeitig sinkenden Arbeitslosenzahlen und kräftig steigenden Löhne wird das Wirtschaftswachstum mit großer Wahrscheinlichkeit auch im nächsten Jahr stabil bleiben.