Nachrichten Dezember 2007


AFGHANISTAN: Niederländischer Soldat getötet/Diskussionen um Finanzierung des Einsatzes

Den Haag. CK/VK/NRC. 5. November 2007.

Der Militäreinsatz in der afghanischen Provinz Uruzgan hat einem weiteren niederländischen Soldaten das Leben gekostet. Der 21jährige Korporal Ronald Groen starb am Samstag, als sein Fahrzeug während einer Patrouille mit einer Bombe kollidierte. Zwei weitere Soldaten wurden verletzt. Die Patrouille war Teil der seit Ende Oktober laufenden Winteroffensive gegen die Taliban, der sogenannten Operation „Spin Ghar“. Groen, dessen Dienst in Afghanistan in einem Monat geendet hätte, ist damit das zwölfte niederländische Todesopfer seit Beginn der Stationierung im August letzten Jahres. Zurzeit sind die Niederlande mit rund 1.650 Soldaten in der Region vertreten.

Gleichzeitig gehen in den Niederlanden die Diskussionen um die Finanzierung des Einsatzes in Afghanistan weiter, der bislang mehr als 600 Millionen Euro gekostet hat. Ursprünglich war das Kabinett von Kosten in Höhe von etwa 350 Millionen Euro ausgegangen. Am Freitag sorgte ein Plan der sozialdemokratischen PvdA für Aufsehen, in dem diese für einen radikalen Abbau der militärischen Ausrüstung plädierte, um das Verteidigungsbudget nicht weiter zu strapazieren. Der Plan „In dienst van Nederland, in dienst van de wereld“ sieht den Verkauf einer Vielzahl an Panzern und Kampfflugzeugen vor. Auch die Marine-Fregatten sollen von sechs auf drei reduziert werden. Die bisherigen Geräte würden, so das sozialdemokratische Parlamentsmitglied Angelien Eijsink, nur spärlich genutzt werden; zudem fehle es an Personal, um diese zu unterhalten: „Das ist echt Schade um das Geld“. Auch mit weniger Fahrzeugen wäre das niederländische Heer nach Meinung der PvdA weiterhin ausreichend für Einsätze ausgerüstet. Zugleich fordert die Partei eine stärkere Investierung in Personal und Arbeitsbedingungen. Auf Gegenliebe scheint die Idee der Sozialdemokraten bislang jedoch nicht zu stoßen. Sowohl die Koalitionspartner CDA und ChristenUnie als auch die Oppositionsparteien reagierten weitestgehend ablehnend. Eine solche Reorganisation würde das Heer kaputt machen, so VVD-Mitglied Arend Jan Boekestijn.