Nachrichten Mai 2007



FILM: Deutscher Kinostart von Paul Verhoevens „Black Book“

von Andreas Gebbink

10. Mai 2007. Heute läuft in den deutschen Kinos der Film „Black Book“ (Titel des niederländischen Originals: "Zwartboek") von dem berühmten und manchmal auch umstrittenen niederländischen Filmemacher Paul Verhoeven an.

Es ist der teuerste niederländische Spielfilm überhaupt und vermutlich der Provokanteste. „Dies ist der erste Spielfilm, in dem die Deutschen die bad guys sind und die Niederländer die dirty bastards“, sagt Jens Meurer. Er war der deutsche Co-Produzent und hat gemeinsam mit Regisseur Paul Verhoeven den 17-Millionen-Euro Streifen aus der Taufe gehoben. „Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem WM-Finale von 1974 ist dieser Film der Moment, wo die Niederlande und Deutschland sich die Hand reichen“, so Meurer. Ob man die Bedeutung dieses Films so hoch hängen muss, sei dahingestellt. Aber tatsächlich ist das Interesse an dem ersten niederländischen Spielfilm von Paul Verhoeven nach De vierde man (1983) gewaltig. Beim Filmfestival in Venedig wurde dem Film weltweit Beachtung geschenkt. Black Book bzw. Zwartboek handelt von der Berliner Jüdin Rachel Stein (Carice van Houten), die ihre ganze Familie im Krieg verloren hat und bei niederländischen Widerstandskämpfern untergekommen ist. Rachel Stein verführt einen deutschen Nazi-Offizier und wird nach dem Krieg als „Moffenhure“ verschrien. Nach dem Krieg gründet sie in Israel eine Familie. Aber auch hier gibt es Probleme – Juden sind auch im Nahen Osten nicht gerne gesehen.