Nachrichten Mai 2007



JUSTIZ: Prozess gegen Holleeder bis September vertagt

Haarlem. MG/VK/EV. 7. Mai 2007.

Am heutigen Montag hat das Gericht in Haarlem bekannt gegeben, wie der Prozess gegen Willem Holleeder und seine Mitangeklagten weiter verlaufen soll. Nachdem Holleeder im April am offenen Herzen hatte operiert werden müssen, war zunächst nicht klar gewesen, wie und wann sein Prozess fortgesetzt werden konnte (NiederlandeNet berichtete). Auch heute können seine Ärzte noch nicht sagen, wann er wieder verhandlungsfähig sein wird. Die Richter haben jetzt aber beschlossen, dass der gesamte Prozess zunächst bis September ruhen soll. Auch die Mitangeklagten, denen ebenso wie Holleeder Erpressung, das Gründen einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vorgeworfen werden, müssen sich bis zum Herbst gedulden, ehe über ihr Schicksal entschieden wird.  Holleeders Anwalt hatte sich in der letzten Woche über die Haftbedingungen beschwert, die seinem Klienten die Genesung erschweren würden. So durfte dieser nur mit Handschellen an seiner Physiotherapie teilnehmen. Nach neuen Erkenntnissen der Richter bestand jedoch erhöhte Fluchtgefahr. So wurde das Eilverfahren, das der Anwalt einberufen hatte, zwar abgelehnt, mittlerweile sind die Haftbedingungen jedoch etwas gelockert worden. Holleeder darf nun zwei Stunden in der Woche Besuch empfangen und drei Mal in der Woche telefonieren. Er selbst empfindet dies als eine Erleichterung, sagte sein Anwalt. In einem Brief an die Staatsanwaltschaft entschuldigte sich Holleeder dafür, dass er momentan nicht vor Gericht erscheinen könne, sagte aber, dass dies nur mit seinem Gesundheitszustand zusammenhänge.