Nachrichten Mai 2007



ABN: Zukunft von ABN Amro weiter ungewiss

Amsterdam. AB/VK/NRC/EV. 4. Mai 2007.

Das Ringen um die Zukunft von ABN Amro geht in eine neue Phase. Gestern hat das niederländische Unternehmensgericht, die Ondernemingskamer, das Urteil gefällt, dass ABN Amro die Unternehmenstochter LaSalle nicht ohne Einverständnis der Aktionäre verkaufen darf. Die ABN Amro-Spitze hatte jedoch der Bank of America bereits die Zusage gegeben, die amerikanische Bank LaSalle zum Kauf freizugeben. Jetzt droht eine hohe Schadensersatzforderung auf ABN Amro zuzukommen. Peter Paul de Vries, Vorsitzender der Aktionärsvereinigung VEB (Vereniging van Effectenbezitters), freute sich über den Sieg. Er hatte das Verfahren beantragt und fand es genau wie der Richter Huub Willems inakzeptabel, dass der Verkauf der Tochter LaSalle an den Aktionären vorbei entschieden wurde. De Vries ist der Ansicht, dass ABN Amro-Topmanager Rijkman Groenink zurücktreten und die Übernahmegeschäfte an jemand anderes übergeben müsse. Für die Barclays-Konkurrenten im Übernahmekampf um ABN Amro ist der Richterspruch von gestern eine große Chance sich durchzusetzen. Die Royal Bank of Scotland (RBS) ist vor allem an der Tochterbank LaSalle interessiert und profitiert daher stark von dem Urteil. Es wird erwartet, dass das Bankentrio aus RBS, der spanischen Bank Santander und der belgisch-niederländischen Fortis sehr bald ein Kaufgebot für ABN Amro inklusive LaSalle aufstellen wird. Bisher hatte die ABN Amro-Spitze die Übernahme durch das Bankentrio verhindern wollen, weil sie Barclays als Käufer bevorzugt. Das Wall Street Journal meldet heute, dass es ein Treffen des RBS-Konsortiums mit Groenink geben wird. ABN Amro hat diese Meldung noch nicht kommentiert. Die CDA äußerte sich gestern besorgt darüber, dass ABN Amro zu einem „Spielball“ wird. Die Abgeordnete Elly Blanksma (CDA) sagte gegenüber der niederländischen Presseagentur ANP, dass es für die Angestellten von ABN Amro und für die Kleinanleger der Bank zügig Klarheit geben müsse.

Rücktritt von Rijkman Groenink steht nicht zur Debatte

AB/VK. 4. Mai 2007.

ABN Amro gab heute vormittag bekannt, dass Firmenchef Rijkman Groenink nicht zurücktreten wird. Der Vorstand der Bank bekräftigte, dass der Verkauf des Tochterunternehmens LaSalle zum Zeitpunkt der Verhandlungen mit der Bank of America und Braclays die richtige Entscheidung  zu sein schien.

Kaufgebot des Bankenkonsortiums um die RBS abgelehnt

AB/VK. 7. Mai 2007.

ABN Amro hat das heute morgen aufgestellte Kaufgebot des Bankentrios Royal Bank of Scotland (RBS), Fortis und Santander abgelehnt. Laut ABN Amro-Spitze ist das Gebot trotz des höheren Geldbetrages nicht besser als das von der Bank of America und Barclays, weil es zu viele Risiken birgt. Weder die Fanzierung noch juristische und fiskale Fragen seien ausreichend geklärt. ABN Amro hat eine außerordentliche Aktionärsversammlung angekündigt, auf der  die Aktionäre über den Verkauf der Tochter LaSalle abstimmen werden.