Nachrichten Mai 2007



MUT: KLM half Nationalsozialisten nach Argentinien zu fliehen

Hilversum. AB/NEDERLAND 2/VK. 2. Mai 2007.

Das tägliche Abendmagazin Netwerk des Fernsehsenders Nederland 2 hat in seiner gestrigen Sendung Beweise vorgelegt, dass KLM kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Nationalsozialisten die Ausreise nach Argentinien ermöglicht hat. Die niederländische nationale Fluggesellschaft hat damit aktiv verhindert, dass die Flüchtenden für ihre Straftaten in Deutschland verurteilt werden konnten. Aus Berichten, die Netwerk unter anderem in Archiven in Argentinien, der Schweiz und den USA gefunden hat, geht hervor, dass die KLM trotz amerikanischer Warnungen des Kriegsverbrechens verdächtige Personen über Zürich nach Südamerika ausgeflogen hat. Diese Flüge  waren für die Fluggesellschaft ein lukratives Geschäft, weil die Nationalsozialisten bereit und in der Lage waren, große Summen zu zahlen. Laut Netwerk spielte die KLM-Filiale in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires eine Vermittlerfunktion, die nicht unbemerkt blieb. 1949 sprach die niederländische Botschaft in Argentinien in einem Brief an den Außenminister von einem „nicht wünschenswerten starken deutschen Element in der KLM-Vertretung“ in Buenos Aires. Die KLM hingegen hatte angegeben, in den eigenen Archiven nie Beweise dafür entdeckt zu haben, dass das Unternehmen sich der Fluchthilfe schuldig gemacht habe. Der von Netwerk interviewte Luftfahrt-Historiker Marc Dierikx kann sich jedoch nur schwer vorstellen, dass die KLM-Spitze in den Niederlanden damals nichts von den Geschäften mit den Nationalsozialisten gewusst habe.