Nachrichten März 2007



KONSUM: Diskussionen um Verkauf von ‚magic mushrooms’

Den Haag. MG/VK/NRC. 28. März 2007.

Nach dem Selbstmord einer 17-jährigen Französin in Amsterdam am vergangenen Samstag wird im politischen Den Haag wieder einmal über den Verkauf von Drogen diskutiert. Das Mädchen hatte sich von einer Brücke gestürzt, nachdem es ‚magic mushrooms’ konsumiert hatte. Diese Halluzinationen verursachenden Pilze dürfen in den Niederlanden in sogenannten Smartshops frei verkauft werden. Getrocknete Pilz, die eine höhere Konzentration des für die Halluzinationen verantwortlichen Stoffes Psilocybin enthalten, zählen zu den harten Drogen und sind somit verboten. Von Politikern wird nun kritisiert, dass aus den frischen Pilzen, die legal erworben werden können, leicht die verbotenen getrockneten Pilze hergestellt werden können. Eine Mehrheit der in der Zweiten Kammer vertretenen Fraktionen setzt sich nun für ein gänzliches Verbot der Pilze ein. Gesundheitsminister Ab Klink (CDA, christdemokratisch) möchte jedoch zunächst die Wirkung genauer untersuchen lassen, bevor er seinen Standpunkt festlegt. Smartshop-Inhaber führen als Argument an, dass der letzte Vorfall, der mit dem Konsum von Pilzen in Verbindung gebracht werden kann, fünf Jahre zurückliege. Aufgrund von Alkoholmissbrauch würden hingegen wesentlich häufiger Unglücke geschehen. Weniger gelassen reagierten die Eltern der jungen Französin, die den niederländischen Staat für den Tod ihrer Tochter verantwortlich machten. Einige Abgeordnete machten jedoch deutlich, dass ein verschärftes Gesetz zum Verkauf und Verzehr von Pilzen nicht als politischer Schnellschuss erfolgen solle. Eine Entscheidung hierüber soll daher erst nach weiteren Untersuchungen getroffen werden.